Sänger Alex Kapranos ließ gerade verlauten, er wäre gern mit 21 den Helden-Tod gestorben. Wir sagen: Zum Glück nicht, sonst wäre Franz Ferdinand immer noch bloß ein österreichisch-ungarischer Erzherzog und die Welt um drei stampfende Indiepostpunkplatten ärmer.
In der Columbiahalle zeigten sie Montagabend, dass sie die Meister der zackigen Gigs sind: Hit folgt auf Hit, geatmet wird später, jetzt wird getanzt, gezuckt, geschwitzt und gewackelt. Franz Ferdinand sind keine Band, die große Gefühle evoziert, doch dafür sind sie von all den Indieschrammlern diejenigen, die unerbittlich feiern, unverschämte Schlaumeierlyrics im Stakkato-Takt liefern und einen dreckigen Song nach dem anderen raus bringen. Sie spielen „Michael“, „I'm Your Villian“ und natürlich ihr Aushängeschild „Take Me Out“. Und es ist kaum zu glauben, dass diese Lieder erst fünf Jahre alt sein sollen.
Ihre dieses Jahr erschienene dritte Platte „Tonight: Franz Ferdinand“ ist ihr Diskokugelalbum, die Nachtplatte: mehr Beats, mehr Elektro, Synthies, Experiment. Live ergibt das eine feines Mischung: „Ulysses“ tritt in den Hintern, „No You Girls“ erst recht und „This Fire“ erinnert streckenweise an die Doors. Im Hintergrund flammen sphärische Bilder, das Licht stimmt, die engen Karohemden auch. Am Schluss werfen sich die vier Bandmitglieder wie besessen in ein Trommelgewitter. Es ist keine neue Erkenntnis, aber sie ist wahr: Diese Schotten rocken.
mer




