Es klingt nach einem finsteren Keller. Es klingt nach abgestandenen Bierlachen, Zigarettenqualm, jeder Menge Schweiß und durch wild zuckende Tänzer aufgeheizter Luft. Die Musik passt zu wüster Party, zu Menschen, die sich mit einer düsteren Entschlossenheit amüsieren, dabei eher die Abgründe als die sonnigen Seiten des Lebens feiern - aber das mit den besten Absichten und blendendster Laune. So ist das, wenn Franz Ferdinand spielt.
Die schottische Band ist mittlerweile zum dritten Mal innerhalb eines Jahres in Berlin - und man wird ihrer nicht überdrüssig. Sie sind noch immer mit ihrem dritten Album auf Tour, das sie im März erstmals in der Stadt vorgestellt hatten. Mittlerweile steht fest, dass das jüngste Werk ähnlich erfolgreich ist wie die beiden Vorgänger. "Tonight" schaffte hervorragende Platzierungen in den deutschen und internationalen Charts, auch wenn sich der Stil seit dem sensationellen Debüt aus dem Jahr 2004 verändert hat.
Die Musik bleibt klar strukturiert und enorm treibend, aber die Band um Sänger Alex Kapranos ist ein wenig ernsthafter geworden, vielleicht ein wenig düsterer: Die Musik wirkt etwas roher, urwüchsiger, obwohl verstärkt elektronische Elemente, Synthesizer und Drum-Computer zum Einsatz kommen.
Seit 2001 spielt die Band mit den schottischen Wurzeln zusammen. Das erste Album war der Überraschungserfolg des Jahres 2004, überaus erfolgreich und von der Kritik gefeiert. Der raue Postpunk mit seinen fordernden Rhythmen, krächzend wummernden Gitarren und eindringlichem Gesang entwickelte sich schnell zum Klassiker, so dass die erst seit vergleichsweise kurzer Zeit zusammenspielende Band rasch zur etablierten, künstlerisch wie kommerziell erfolgreichen Kraft im Musikgeschäft wurde. Daran hat sich auch fünf Jahre später nichts geändert.
Columbiahalle , Columbiadamm 13-21, Tempelhof, Tel. 1 10 13 13. Dienstag, 24.11.09, 21 Uhr, Karten: 30 Euro




