Mag Sänger, Trompeter und Texter Sven Regener auch noch so schön norddeutsch schnoddern – Element Of Crime gelten seit ihrer Gründung 1985 als echte Berliner Institution. Am Sonntagabend hatte die derzeit fünfköpfige Band also ein echtes Heimspiel in der Hauptstadt – wieder einmal in der Treptower Arena. Fast zwei Stunden lang reihten Regener, Gitarrist Jakob Ilja, Bassist David Young, Schlagzeuger Richard Pappik und Geiger Christian Komorowski eine Songperle an die andere. Ihr unnachahmlicher Mix aus Indie-Pop, Folk und Chanson bezauberte rund 8000 Fans in der eher ungemütlichen, zum Glück proppevollen Fabrikhalle.

Immer wieder durfte Regener – als Romanautor („Herr Lehmann“, „Neue Vahr Süd“, „Der kleine Bruder“) mindestens ebenso erfolgreich wie als Popmusiker – die Arme hochwerfen und gerührt „Romantik“ rufen. Der 49-Jährige spricht sein Publikum auch gern mit „Ihr Lieben“ an – ein Zeichen dafür, wie eng Element Of Crime mit ihren Fans inzwischen verbandelt sind. Seit der Entscheidung vor fast 20 Jahren, vom englischsprachigen Schrammel-Rock auf kluge deutsche Texte und ruhigere Klänge umzusteigen, hat die Band ihren Erfolg stetig steigern können. Mit ihrem jüngsten Album „Immer da wo Du bist bin ich nie“ erklommen sie im vorigen Herbst gar Platz 2 der Charts.

Die witzigen und zärtlichen Lieder dieser Platte bildeten den Kern des Arena-Auftritts. Aber auch alte Songs wie „Weißes Papier“, „Damals hinterm Mond“ oder „Schwere See“ wurden in wunderbar gelassenen Versionen regelrecht zelebriert. Der warme Konzert-Sound war makellos. Erst nach einer Handvoll Zugaben ließ das Publikum die fünf gesetzten Herren von der Bühne. Wenn überhaupt ein Wunsch offen blieb, dann der: Das nächste Wiedersehen mit Element Of Crime bitte in einem gemütlichen, höchstens mittelgroßen Club!

Weitere Tourneetermine: 9.2. Wien; 10.2. München; 11.2. Dresden

dpa/hed