Walter Jonigkeit, langjähriger Betreiber des Delphi-Filmpalasts am Zoo, ist im Alter von 102 Jahren gestorben. Das berichtete die Medienagentur Media Office am Dienstag unter Verweis auf seine Frau Renate. Jonigkeit, der mehrere Kinos in Berlin besaß, galt als ein Pionier des klassischen Lichtspiels. Jonigkeit sei ein Pionier der deutschen Kinogeschichte gewesen, „der so alt wurde, wie das Kino selbst ist“, hieß es.
Seinen größten Erfolg hatte er mit dem traditionsreichen Delphi-Filmpalast an der Kantstraße, mit dem er in den Trümmerjahren nach dem Krieg für Unterhaltung sorgte. Das 1949 eröffnete Haus hatte die damals größte Leinwand und die modernste technische Ausstattung und war mit seinen mehr als 1000 Plätzen deutschlandweit unübertroffen.
Sein zweites Kino lag in Berlin-Charlottenburg und heißt heute noch „Die Kurbel“. Zwischen 1956 und 1959 führt er das „Freilichtkino in der Waldbühne“.
Bereits 1932 hatte der Unternehmer das Kino „Kamera unter den Linden“ gegründet, das als eines der ersten Lichtspielhäuser seine Filme in Programmheften ankündigte und auf die Wünsche der Zuschauer einging. Später kamen auch Kinos in München und Hamburg dazu.
1988 erhielt Jonigkeit für seine besonderen Verdienste um die Filmwirtschaft das Verdienstkreuz am Bande. Noch bis ins hohe Alter war er beruflich aktiv.
Er starb den Angaben seiner Frau zufolge bereits am 25. Dezember 2009. Er wird am 22. Januar 2010 auf dem Städtischen Friedhof Ruhleben beigesetzt.
Internet: www.delphi-filmpalast.de
dpa/ddp/sei





