Früher war der 31. Oktober Reformationstag, heute ist das Halloween. Und da kommen viele alte und auch neue Grusselfilme ins Kino. Dieses Jahr aber vor allem solche, die sich darüber lustig machen: die Vampirkomödie „Die Blutgräfin“ mit Isabelle Huppert, aber auch die schräge queere Zombie-Satire „Queens of the Dead“. Süßes oder Saures heißt es auch bei „Klara und die Sonne“, einem SciFi-Film über einen Roboter als beste (künstliche) Freundin. Außerdem gibt es eine Doku über Wolf Biermann und ein preisgekröntes Glaubens-Drama aus Spanien. Die Neustarts im Überblick:

  • „Klara und die Sonne“

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Filme über Künstliche Menschen sind gerade en vogue. Doch dieser hier zwingt den Zuschauer in die Perspektive einer KI: Klara (Jenny Ortega aus der Serie „Wednesday“) soll eine „Künstliche Freundin“ für eine kranke Jugendliche werden. Und schon mit großen Augen in die fremde Welt, in der sie das menschlichste unter lauten unmenschlichen Wesen zu sein scheint. Schöne Satire von Kultregisseur Taika Waititi, die allerdings recht süßlich bleibt, wo sie auch bitter hätte sein müssen.

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  • „Biermann“

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Man soll ja nie vor dem Geburtstag gratulieren. Aber einen Film kann man ja schon vorher ins Kino bringen: Liedermacher Wolf Biermann wird am 15. November unglaubliche 90 Jahre alt. Und da werden ihm alle Feuilletons noch mal gehörig hochleben lassen. Zur Einstimmung gibt es schon mal diesen Dokumentarfilm, in dem Biermann heute und damals zu sehen ist und an Stätten zurückkehrt, von denen er verjagt wurde. Gesungen wird natürlich auch.

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  • „Die Blutgräfin“

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Im Horrorfilm sind weder Ulrike Ottinger noch Isabelle Huppert zuhause. Umso überraschender, dass sie einen solchen gemacht haben. Der ist allerdings eher eine Satire. Da macht la Huppert als Vampirin ganz Wien unsicher, und keiner merkts. Ottinger packt das in tolle Bilder, verliebt sich aber in zu viele Detials und kluge Kulturverweise. Dem Ganzen fehlt es ein bissel an Biss.

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Über diesen Film haben wir bereits zur Uraufführung auf der Berlinale mit Ulrike Ottinger gesprochen. Sie erklärte, dass sie den Film eigentlich schon vor fast 30 Jahren machen wollte und Isabelle Huppert ursprünglich eine ganz andere Rolle spielen sollte.

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  • „Queens of the Dead“

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Und noch eine Horrorkomödie zu Halloween. Hier fallen Zombies über New York her. Und scharen sich ausgerechnet vor einem queeren Drag-Queen-Club. Doch die verteidigen sich mit allem, was sie haben: Auch mit Pailletten und Stöckelschuh. Eine Genre-Satire von Tina Romero. Die ist vom Fach: Ihr Vater war Zombie-Kultregisseur George A. Romero, in dessen Filmen hat sie auch schon mitgewirkt. Ganz schön blutig, aber auch sehr komisch.

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  • „Glaube“

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Eine Jugendliche in Spanien will Nonne werden. Dem Vater ist es recht, da spart er sich die Unikosten. Die Tante ist überzeugte Atheistin und will das auf jeden Fall verhindern. Und das arme Mädchen wird zum Spielball, auch innerhalb des Klosters. Ein starkes Drama aus Spanien, das schon zahlreiche Preise eingeheimst hat.

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  • „By Any Means“

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Na klar, der Ku-Klux-Klan ist böse. Und muss bekämpft werden. Aber mit allen Mitteln? Davon erzählt dieser US-Thriller mit Mark Wahlberg als brutalem Cop, der in den Südstaaten alles andere als erbaut ist, als ihm ein Schwarzer Kollege zur Seite gestellt wird. Und ihm auch nicht hilft, als dieser bedroht wird. Damit er selber lernt, dass Gewalt nur durch Gewalt bezwungen werden kann. Eine merkwürdige Botschaft.

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Und das sagen die Filmkritiker:

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BMO_Filmspiegel_2910_ba.jpg© bm infografik | Babette Ackermann Reiche

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