Viel Neues vom deutschen Film - und eine Woche, die vor allem von starken Schauspielern lebt: Da ist Nina Hoss als Frau auf der Flucht, ein Biopic über Frédéric Chopin, lauter Stars in einem schwierigen Film - und ein kleiner Junge, der alle bezaubert. Die Tops und Flops der Woche:
- „Die andere Seite“
Ein harter, unangenehmer und doch ganz wichtiger Film: Zum einen rekapituliert er noch mal die Härten der Corona-Zeit, zum anderen erzählt er eine Fluchtgeschichte mal in die andere Richtung: aus dem reichen Deutschland gen Süden. In einer Pandemie werden Infizierte in Lager gesteckt, wo der sichere Tod auf sie wartet. Stattdessen versteckt sich eine Ärztin im Wald. Und macht sich schließlich auf nach Italien. Ein Charakter- und Überlebensdrama, das ganz von seiner Hauptdarstellerin Nina Hoss lebt. Unser Film der Woche.
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- „Moscas“
Eine Frau mittleren Alters lebt in Mexiko City zurückgezogen. Bis sie sich eine Operation nicht mehr leisten kann, ein Zimmer untervermieten muss und sich bald schon um den kleinen Jungen des Untermieters kümmern muss. Es ist hübsch zu sehen, wie sie sich dadurch wieder der Umwelt öffnet. Und der kleine Junge bezaubert nicht nur sie, sondern auch das Publikum. Ein kleines Kammerspiel, und doch ganz großes Gefühlskino, in poetischen Schwarzweißbildern eingefangen.
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Regisseur Fernando Eimbcke gewann für diesen Film auf der Berlinale den Leserpreis der Berliner Morgenpost. Im persönlichen Gespräch verrät er, dass die mexikanische Produktion auch ganz viel mit Berlin zu hat.
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- • „Chopin – Eine Sonate in Paris“
Chopin ist früh gestorben und hat die Musikgeschichte doch maßgeblich geprägt. Er war ein Popstar seiner Zeit – und wird in diesem zweitteuersten Film der polnischen Filmhistorie auch als solcher inszeniert. Ein Dandy zwischen Dur und Moll. Damit wird dem polnischen Komponisten ein kinematographisches Denkmal gesetzt. Auch wenn die Filmemacher dabei gewisse neue Fakten über ihre Titelfigur geflissentlich übersehen. Das gibt leider Punkteabzug.
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- „Possible Love“
Eine Dokumentarfilmerin begleitet eine Arbeiterin in ihrem Alltag – und langweilt sich doch nur dabei. Erst als sie deren Mann kennenlernt, der am Leben gescheitert ist, wittert sie den Stoff für einen großen Film. Und drängt sich in das Privatleben der Dargestellten. Ein vielschichtiges Drama des Südkoreaners Lee Chang-dong, das beim Filmfestival in Venedig den Großen Preis der Jury gewann.
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- „Der perfekte Urlaub“
„Das perfekte Geheimnis“ war 2019 ein großer Kinoerfolg. Und auch wenn sich dabei lauter Freunde in die Wolle bekamen, gibt es nun einen Nachschlag. Alle wollen mal Urlaub vom Partner machen – und begegnen sich dann auf Mallorca doch in derselben Finca wieder. Regisseur Bora Dagtekin („Fack ju Göhte“) bringt in seiner Fortsetzung wieder alle Stars vom ersten Teil zusammen, mäandert allerdings zwischen tiefen Krisen und Krawallhumor. Und dann hakt Teil Zwo genau da, wo schon Teil Eins nicht funktionierte: in der Darstellung der schwulen Figur.
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Für Karoline Herfurth und Elyas M‘Barek ist dies bereits der sechste gemeinsame Film in 25 Jahren. Sie sind auch privat beste Freunde. Und sprechen darüber in unserem Doppelinterview.
- „Liebhaberinnen“
Eine Hostess muss ewig lächeln und sich begrapschen lassen, um etwas Geld zu verdienen. Und kann sich doch keine Bleibe leisten. Dafür folgt sie einem CamGirl, das sich demonstrativ im Netz zur Schau stellt – und damit Erfolg zu haben scheint. Ein Stoff von Elfriede Jelinek, der nun mit Johanna Wokalek verfilmt wurde. Jelinek-Wokalek, das geht prima auf, führt aber natürlich an seelische Abgründe.
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Und das sagen die Filmkritiker:

Weiterhin im Kino:
- Ein ganzes Jahrhundert über ein Haus erzählt: Volker Schlöndorffs „Heimsuchung“.
- Neuverfilmung des Jane-Austen-Romanklassikers: „Sinn und Sinnlichkeit“.
- Ein Trauerfall als Horrorfilm: „Das Ding mit Federn“ mit Benedict Cumberbatch.
- Eine Afrikanerin kämpft gegen das Pharma-Kartell: Emily Atefs „Call me Queen“.
- Trotz Top-Stars nur ein schaler Tanz auf dem Vulkan: die Satire „Sacrifice“.
- Ein älterer Herr nimmt Mitfahrer auf, und alle kommen ins Reden: „London“.










