In der neuen Kinowoche gibt es gleich zwei starke deutsche Filme, von denen man nur hoffen kann, dass sie sich nicht gegenseitig die Aufmerksamkeit rauben. Zumal sie sich noch behaupten müssen gegen einen Schlüsselfilm gegen Mark Zuckerbers Facebook-Plattform. Und dann grätscht auch noch Action aus Südkorea dazwischen. Die Neustarts im Überblick:
- „The Social Reckoning“
Über Facebook und seinen Gründer Mark Zuckerberg gab es schon vor 15 Jahren einen Film. Nun folgt ein zweiter, der noch entlarvender ist: Ein Reporter des Wall Street Journal recherchiert über die Praktiken des vermeintlich sozialen Mediums und bekommt dabei Hilfe von einer Whistleblowerin aus dem Unternehmen. Das führte 2021 zu der Veröffentlichung der schockierenden „Facebook Files“. Zuckerberg änderte daraufhin den Namen seiner Firma in Meta - und machte unbeeindruckt weiter. Der Gang ins Kino lohnt dennoch. Danach möchte man sofort seinen Account löschen.
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- „Alte Liebe“
Seit 40 Jahre sind Lore (Dagmar Manzel) und Harry (Joachim Król) schon verheiratet. Die großen Gefühle sind längst verflogen, sie kabbeln sich bei jeder Kleinigkeit. Als ihre Tochter sie zu ihrer Hochzeit einlädt, will Harry eigentlich nicht hin. Aber über diesen Streit finden die beiden neu zueinander - und die Hochzeit wird fast zu einem informellen Wiederholung des Eheversprechens der beiden. Ein wunderbar berührender Film, großartig gespielt von Manzel und Król.
Den Film hat Andreas Dresen mit Laila Stieler gemacht, mit der er auch eine Art Arbeits-Ehe führt, weil sie seit 40 Jahren zusammen Filme drehen. Darüber haben wir mit den beiden gesprochen.
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- „Lügen über meine Mutter“
Die Waage als Waffe: Immer wieder redet ein Ehemann (Golo Euler) seiner Frau (Rosalie Thomass) ein, sie sei zu dick. Auch, um das Stagnieren seiner eigenen Karriere zu kompensieren. Bis die Frau sich das nicht länger anhören will. Starke Geschichte einer weiblichen Emanzipation und Selbstermächtigung, erzählt aus der unschuldig-naiven Perspektive eines Kindes.
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Rosalie Thomass wollte den Roman von Daniela Droescher unbedingt verfilmen. Und spielt nicht nur die Hauptrolle, sondern hat auch das Drehbuch geschrieben, das ihr Mann Aron Lehmann verfilmte. Darüber haben wir mit der 39-Jährigen gesprochen.
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- „Hope“
Ein blutig-rasantes Action-Spektakel aus Südkorea. In einer Kleinstadt wütet ein immenses Monster, und ein blasser Polizist vor Ort muss es mit einer deutlich tafferen Kollegin bekämpfen. Es gibt viele Insider und eine Meta-Ebene, die die teils doch recht billigen Effekte überbrücken. Die schönste Idee: Die Aliens werden von zwei Hollywoodstars gespielt, die dabei kaum zu erkennen sind.
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- „Forgotten Island“
In diesem Animationsfilm geraten zwei sehr unterschiedliche Freundinnen in eine fantastische Welt voller Mythen und Abenteuer. Und stehen da plötzlich einem blauen Inselprinzen gegenüber. Eine wilde, bunte Coming-of-Age-Geschichte, in der es vor allem um die Bande der Freundschaft geht. Dabei gibt es aber derart viele explosive Effekte, dass nicht den Heldinnen schwindelt.
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- „Meeting the Buddha“
Dieser Dokumentarfilm macht sich auf eine weite Reise, in alle möglichen Länder, in die der tibetanische Buddhismus exportiert wurde. Vor allem aber ist der Film eine Reise tief ins menschliche Bewusstsein. Der Film ist allerdings nichts für Einsteiger. Man muss sich in der Lehre der Erleuchtung schon ein bisschen auskennen. Und der Dalai Lama etwa kommt gar nicht vor. Es geht ausschließlich um den 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje – das Oberhaupt einer der vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus.
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Und das sagen die Filmkritiker:

Weiterhin im Kino:
- So haben Sie Tom Cruise noch nie gesehen: als fiesen Ölbaron in „Digger“
- Die Bürokratie des Tötens: „NAZA“, die erschütternde Doku über den Gaza-Krieg
- Ein Roboter als Pflegekraft: „Frau Winkler verlässt das Haus“ von Doris Dörrie
- Hannah Herzsprung und der Fehler im System: „Corpus Delicti“ nach Juli Zeh
- Die frühen Jahre eines Weltbürgers: „Bruno – Der junge Kreisky“
- Eine Filmemacherin bereist die exotische Welt ihrer Jugend: „Heart of Light“.
- Knet-Animationsfilm, diesmal zum Gruseln: „Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld“










