Ein Panda fährt Skateboard und eine Ratte spielt Fußball. Schauplätze sind der U-Bahnhof Messedamm, Alexanderplatz, Oberbaumbrücke. Berlin-Klischees als knapp einminütiger Animationsfilm.
Animationsfilmfestival zeigt 161 Filme aus 78 Ländern in Berlin
So treffend wirbt das Festival of Animation Berlin für sein Programm, das in diesem Jahr aus 161 Filmen aus 78 Ländern besteht und vom 8. bis 11. Oktober im City Kino Wedding und dem Silent Green Kulturquartier zu erleben ist.
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Berlin wird damit bereits zum neunten Mal zur Hauptstadt des (kurzen) Animationsfilms. Und wieder einmal geht es um die Beachtung einer zu Unrecht vernachlässigten Kunstform.

Donnerstag
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„Es sind keine einfachen Zeiten für die Kultur – das gilt auch für den künstlerischen Animationsfilm, der leider immer noch zu wenig Unterstützung erfährt“, weiß auch Pia Djukic, die künstlerische Leiterin des Festivals. Und das betrifft den kurzen Animationsfilm gleich doppelt.

Denn seit der Abschaffung des Vorfilms im Kino der 70er- und 80er-Jahre sind Kurzfilme sowieso nur noch auf Festivals zu sehen. Und der Animationsfilm selbst kämpft nach wie vor um sein Erwachsenwerden.
Animationsfilmfestival zeigt Spannbreite von 2D bis zu Installationen
Der Siegeszug der Animes hat zwar neues, erwachseneres Publikum erschlossen. Aber dem klassischen Animationsfilm hängt mit seinem Kindchen-Schema, den weichen Bewegungen und Formen sowie den warmen Farben immer noch etwas Märchenhaft-Kindliches an.

Umso wichtiger ist dieses Festival, das die ganze Vielfalt des Animationsfilms zeigt. Von klassischer 2D-Animation und Stop-Motion über CGI bis zu experimentellen Formen, Fulldome-Arbeiten und Installationen.
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Herzstück sind dabei Wettbewerbsprogramme in gleich fünf Kategorien (Internationaler Wettbewerb, Deutscher Wettbewerb, New Talents, „Pink Panda“ und Animierter Auftragsfilm). Dazu kommen Horror-Specials, Workshops, Gespräche mit den Filmemachern nach den Vorführungen, Networking, Live-Performances und eine große Ausstellung, die Animation bewusst aus dem Kinosaal heraus in den Raum holt.

Und es gibt tatsächlich ein paar sehr erwachsene Filme zu sehen: Mykyta Lyskov zeigt im bitterbösen estnischen Beitrag „Kyiv Cake“ auf surrealistische Weise den Alltag in einem prekären ukrainischen Haushalt mit gefräßigem Stromzähler, zerfließender Uhr und Zahnpasta in Russlandfarben, bevor eine Bombe im Plattenbau gegenüber einschlägt.
„Cosmonauts“ aus Slowenien entführt mit phallusartiger Rakete in ein intergalaktisches Liebesraumschiff in Pink, das am Ende beim Zusammenstoß mit einem schmerzschreienden Kometen einen orbitalen Orgasmus erlebt.

Um Nacktheit im anderen Sinne geht es in Sandra Desmazières poetischem „Water Girl“, dessen Körper sich mit der federleichten Landschaft aus Felsen, Pflanzen und offenem Wasser spiegelbildlich verändert.
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Um Spiegelungen geht es auch im portugiesischen Film „Dog Alone“, in dem ein jaulender Nachbarshund das Leben eines einsamen Pensionärs und seiner Enkelin derart versinnbildlicht, dass die beiden Hundeschatten werfen.
9. Festival of Animation Berlin, 8.-11. Oktober, Silent Green Kulturquartier und City Kino Wedding. Tickets 10 Euro, ermäßigt 8,50 Euro, https://fa-berlin.com.







