In den elf Jahren, die es „Hauptrolle Berlin“, die gemeinsame Filmreihe der Berliner Morgenpost und des Zoo Palasts, jetzt gibt, hat sie erst einmal den großen Saal gefüllt. Das war zu Wim Wenders‘ „Himmel über Berlin“. Aber auch nur, weil wir die Berlin-Premiere seiner restaurierten Fassung feiern durften. Vergangenen Dienstag reichten nun ein Film – und ein Gast – aus, um eine nämliche Begeisterung zu schüren.
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Gezeigt wurde „Sonne und Beton“, und präsentiert wurde er von Regisseur David Wnendt und dem Roman- und Drehbuchautor Felix Lobrecht. Sie kamen freilich nicht allein, sie brachten das halbe Filmteam mit. Und die jugendlichen Hauptdarsteller, die seit der Premiere auf der Berlinale 2023 alle ein wenig älter geworden sind. Und jetzt, nachdem die Kinotour lange vorbei ist, noch mal „Reunion“ feierten.
Wnendt und Lobrecht erzählten dabei, wie es war, den Film vor Ort, in Gropiusstadt, zu drehen, wo Lobrecht seine Jugend verbracht hatte, die er in seinem gleichnamigen Roman verarbeitet hat. Und wie der Kiez darauf reagierte. Durchaus freundlich und neugierig, was das Filmteam da die ganze Zeit machte. Nur bei einer Kameradrohne waren einige Hochhausbewohner verärgert – und warfen mit Kleinmöbeln nach ihr. Und zu der Prügelszene, mit der der Film beginnt, kam die Polizei vorbei. Weil sie glaubte, da sei eine richtige Massenschlägerei zugange.
Lobrecht hat, wiewohl er keinerlei Drehbucherfahrung hatte, am Skript mitgeschrieben. Damit die raue Straßensprache erhalten blieb und der Film so authentisch wie möglich wurde. Dafür sorgte dann auch das Casting. Weil eben nicht Schauspieleleven gesucht wurden, sondern Laien mit Street-Credibility. Das war für diese alles neu und aufregend, wie sie auf der Bühne erzählten. Weil sie noch nie vor der Kamera gestanden hatten. Und keine Ahnung hatten, was ein Casting ist. Aber bei den Dreharbeiten sind sie dann Freunde geworden, auch mit Lobrecht.
Der ärgert sich nur über eine Sache: Er hätte gern eine größere Rolle gespielt, die des älteren Bruders der Hauptfigur. Das wollte Wnendt aber auf keinen Fall. Den spielte dann der Rapper Luvre47, der nun neben Lobrecht auf der Bühne stand. Der Autor durfte nur einen kurzen, stummen Auftritt absolvieren. Schlechte Energie gab es darüber aber nicht. Im Gegenteil: Wnendt und Lobrecht planen mit Luvre47 ein weiteres Filmprojekt, wie sie am Rande erwähnten.
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Das Filmteam hat eine lange Reise mit diesem Werk gemacht. Die Uraufführung auf der Berlinale, als Special-Gala, aber auch eine eigene Premiere in Gropiusstadt. Und danach die Kinotour. Der Film knackte schließlich die Marke von einer Million Zuschauern. Und nicht wenige haben den Film nicht nur einmal gesehen. Auch im Zoo Palast outen sich viele als Wiederholungsgucker.

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Wnendt wollte nach all dem Sozialdrama erst mal was anderes machen. Und hat einen Science-Fiction-Film abgedreht: „Athos 2643“. Mit dem sitzt er nun an der Postproduktion, da war es wieder eine schöne Abwechslung, zwischendurch noch einmal diesen Film zu präsentieren. „Auch wenn wir den alle gefühlt 600 Mal gesehen haben.“
Als Nächstes zeigen wir in unserer Filmreihe am 4. August die Satire „Hai-Alarm am Müggelsee“. Zu Gast ist dann Regisseur Leander Haußmann.







