Fünf Jahre nach der schrittweisen Eröffnung des Humboldt Forums äußert der parteilose Kulturstaatsminister Wolfram Weimer leise Kritik. Er sähe noch Entwicklungsmöglichkeiten und Luft nach oben, teilte er mit. „Die Phasen der Gründung und des Aufbaus sind vollendet. Jetzt beginnt die anspruchsvollere Aufgabe“, so Weimer.

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In die gleiche Richtung geht die Kritik der Arbeitsgruppe Humboldt Forum der Stiftung Zukunft Berlin. Die Stiftung formulierte am Mittwoch ihre Kritik am Forum und sprach von einem „klaren Handlungsbedarf“. Es genüge nicht, historische Objekte zu konservieren oder als Sammlungen zu pflegen. Die Stiftung begleitet nach eigenen Angaben die Entwicklung von Kultureinrichtungen kritisch-konstruktiv. Einige Mitglieder, wie Ex-Kultursenator Volker Hassemer (CDU), waren an Konzeption und Gründung des Humboldt Forums beteiligt. „Ein Museum darf nicht mit gestohlenen Objekten arbeiten“, betonte Klaus-Dieter Lehmann, von 1998 bis 2008 Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin.

Anlass der Kritik ist die Ankündigung des Stadtmuseums Berlin, sich in zwei Jahren aus dem Humboldt Forum zurückzuziehen. Seit fünf Jahren zeigt es mit „Berlin Global“ auf 4000 Quadratmetern, „wie die Stadt und ihre Menschen mit der Welt verbunden sind“. Die Programmplanung für die Ausstellung geht bis 2028. Dann wird sich das Stadtmuseum „auf die Vorbereitung und Eröffnung von Märkischem Museum und Marinehaus am Köllnischen Park konzentrieren“. „Die zukünftige Ausrichtung der Flächen des Landes Berlin im Humboldt Forum liegt im Verantwortungsbereich des Berliner Senats“, erklärt das Museum. Mit dem Rückzug wird die Fläche des Landes Berlin im ersten Stock des Forums frei. Das löst eine Diskussion um die weitere Nutzung aus. Dabei möchten viele Akteure mitreden. Die Frage, ob sich das Land Berlin komplett zurückzieht, steht im Raum. Und auch die Frage nach der Nachfolge des Generalintendanten Hartmut Dorgerloh ist offen.

Historische Berliner Mitte vom Fernsehturm aus
Rückseite des Humboldt Forums: Die historische Berliner Mitte vom Fernsehturm aus gesehen (Archivbild).© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die Stiftung vermisst „einen klaren Auftrag der Politik und ihre entschiedene Unterstützung“

Laut der Stiftung Zukunft Berlin habe das Humboldt Forum in fünf Jahren zwar Fuß gefasst, doch die dort gezeigten „Kunstwerke strahlen noch nicht in unsere Gegenwart hinein“. Die Gründungsidee, „einen internationalen Beitrag zu den konfliktreichen, allgemeinpolitischen Herausforderungen unserer globalisierten Welt zu leisten“, sei noch nicht verwirklicht. Die Stiftung, die zum Teil vom Land mitfinanziert wird, vermisst unter anderem „einen klaren Auftrag der Politik und ihre entschiedene Unterstützung“. Auch das internationale Netzwerk des Forums könnte enger werden.

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Han Song Hiltmann, Abteilungsleiter Programm des Humboldt Forums, sieht die Äußerungen der Stiftung nicht als fundamentale Kritik. „Luft nach oben ist immer“, erklärte er der Berliner Morgenpost und verwies auf die insgesamt 3,4 Millionen Besucher des Forums. Forum und Stiftung stünden in einem regelmäßigen inhaltlichen Austausch, heißt es. Laut dem Stadtmuseum haben seit der Eröffnung rund 446.000 Besucher die „Berlin“-Ausstellung oder eines ihrer Programme besucht.

Das Stadtmuseum feiert das Jubiläum mit einem Hoffest

Das Stadtmuseum feiert das fünfte Jubiläum im Humboldt Forum mit einem Gratis-Hoffest am Samstag von 11 bis 22 Uhr. Gefeiert wird im Gebäude und ab 16.45 Uhr im Schlüterhof. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Kreativ-Werkstatt mit dem Künstler Giò Di Sera und ein Breakdance-Workshop mit José und B‑Boy Niven.