Alexander Skarsgård zieht mal wieder blank. In einem sexy Sado-Maso-Drama. Ethan Hawke ist in seiner besten Performance zu sehen. Und dann meldet sich auch Hape Kerkeling zurück, mit seiner Lieblings-Hassfigur Horst Schlämmer. Der sucht das Glück und fährt dafür quer durch Deutschland. Nur auf eins kommt er nicht: mal im Kino nachzuschauen. Wir haben es dafür getan. Die Tops und Flops im Überblick:
- „Pillion“
Sadomaso im Kino hat eine lange Tradition. Siehe „9 1/2 Wochen“ und „Fifty Shades of Grey“. Nun gibt es auch eine schwule Variante, mit einem devoten jungen Mann und seinem dominanten Herrn. Aber dieser britische Film zeigt zwar viel Sex, kommt ganz ohne Sensationslüsternheit aus. Und zeichnet ein sehr genaues Bild einer Verbindung, bei der sich das Kräfteverhältnis verschiebt. Alexander Skarsgård zieht dabei mal wieder blank. Auch sonst ist der Film provokativ – und sexy. Und kommt auch bei Heteros gut an.
Auch interessant
- „Blue Moon“
Richard Linklater hat einen Lauf. Sein Film „Nouvelle Vague“ läuft noch im Kino, da startet schon sein nächster: „Blue Moon“ handelt von dem berühmten Song- und Musicalschreiber Lorenz Hart, der gerade seinen Komponisten verloren hat und das in Alkohol ertränkt. Wohl ahnend, dass er nicht mehr lange leben wird. Ethan Hawke liefert hier seine vielleicht beste Darstellung überhaupt ab.
Auch interessant
- „Horst Schlämmer sucht das Glück“
Hape Kerkelings Kunstfigur Horst Schlämmer ist eine Zumutung. Aber gerade dadurch Kult. Nach vielen Jahren kehrt er nun zurück, wundert sich, warum Deutschland kann, und macht sich auf die Suche quer durch die Republik, wo das Glück zu finden ist. Nicht nur eine humoristische, sondern auch eine humanistische Aufgabe. Kerkeling ist dabei auch in vielen anderen hübschen kleinen Rollen zu sehen. Und einmal treffen der Horst und der Hape sogar direkt aufeinander.
Auch interessant
Wir haben Hape Kerkeling getroffen und mit ihm darüber gesprochen, wie eigentlich sein Verhältnis zu seiner Kunstfigur ist und wie er das verkraftet, dass diese viel bekannter ist als er selbst.
Auch interessant
- „A Useful Ghost“
Nach diesem Film wird man seine Haushaltsgeräte vielleicht mit anderen Augen sehen. Und anders behandeln. In diesem Horror aus Thailand nämlich hat ein Staubsauger ein Eigenleben. Das wirft die Frage auf: Können Geister auch in Elektrowaren stecken? Und warum ist das auch eine Metapher auf die gewaltsam niedergeschlagenen Proteste in Thailand 2020?
Auch interessant
- „Kokuho – Meister des Kabuki“
Und da sage einer, Theater interessiere keinen. „Kokuho“ spielt im Kabuki-Theater. Und in Japan ist der Film mit über 14 Millionen Zuschauern bereits der erfolgreichste Film aller Zeiten. Der Sohn eines ermordeten Yakuza-Bosses wird dabei im Theater zum Onnagata ausgebildet, einem Darsteller weiblicher Rollen im traditionsreichen Kabuki-Theater. Doch von Anfang an hat er einen Rivalen, mit dem er sich ein Leben lang messen lassen muss. Historienepos mit großen, packenden Kinobildern.
Auch interessant
- „Shelter“
Jason Statham steht für Action. Und die liefert er auch hier. Als einstiger M16-Agent, der von seinem Chef als Killer missbraucht wurde und sich daraufhin nach Island zurückgezogen hat. Als er einer Einheimischen nach einem Unfall hilft, fliegt sein Versteckspiel auf. Und dann heißt es statham-klassisch: Einer gegen alle. Das ist nicht besonders originell, aber durchaus effektiv und teils sogar mitreißend.
Auch interessant
Und das sagen die Filmkritiker:

Weiterhin im Kino:
- Ein Laie allein im All: „Der Astronaut“ mit Ryan Gosling und Sandra Hüller
- Die Kunst des Abtretens: „La Grazia“ von Paolo Sorrentino
- Aus Ehefrust zum Comedian: „Is This Thing On?“ von Bradley Cooper
- Einer Musterintegrierten droht die Abschiebung: Das Filmdrama „Maysoon“
- Flucht aus den starren Regeln des Dorfs: der Film „DJ Ahmet“
- Animationsfilm über die Kindheit der Künstlerin Frida Kahlo: „Hola Frida“










