Vielleicht hat es etwas mit den kursierenden Ängsten vor Künstlicher Intelligenz zu tun, dass Frankensteins Monster in letzter Zeit wieder öfter über Leinwände und Monitore wandelt.

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Erst im Oktober 2025 kam mit Guillermo del Toros „Frankenstein“ ein Versuch in die Kinos, Mary Shelleys 1818 ersonnene Geschichte um das aus Leichenteilen zusammengebastelte Wesen, nun ja, wiederzubeleben – was sich weniger in einer spannenden Geschichte als in einem auf Hochglanz polierten Bilderbogen niederschlug, durch den Jacob Elordi als eines der wohl schönsten Monstren der Filmgeschichte spazierte. Meistens traurig, weil missverstanden und allein.
Einsam war Frankensteins Monster immer. Auch der in seinem Kostüm etwas weniger hübsche Christian Bale atmet in Maggie Gyllenhaals „The Bride – Es lebe die Braut“ die Melancholie in allertiefsten Atemzügen. Die Regisseurin hat Motive aus Shelleys Roman mit solchen aus James Whales Film „Frankensteins Braut“ kombiniert, der 1935 als Fortsetzung des Horrorfilms von 1931 in die Kinos kam – und etwas ganz Eigenes, reichlich Wildes daraus gemacht.
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Die Irin Jessie Buckley, zuletzt durch ihren Auftritt in Chloé Zhaos „Hamnet“ in aller Munde, Maggie Gyllenhaal aber auch durch ihren Auftritt in deren Langfilm-Regiedebüt „Frau im Dunkeln“ (2021) verbunden, darf hier gleich in zwei Rollen schlüpfen. In schwarz-weißen Zwischenszenen ist sie Mary Shelley selbst, die mit ihrem Fantasiegeschöpf Zwiesprache hält, während sie im Hauptstrang der Handlung als durchgeknalltes Krawallgirl an der Seite des männlichen Monsters herummarodieren darf.
Jake Gyllenhaal, Bruder der Regisseurin, spielt einen Filmstar
Es ist nämlich so im Chicago des Jahres 1936: Frankensteins Monster, lange Zeit untergetaucht, wendet sich verzweifelt an die Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (Annette Bening), weil es das Alleinsein nicht mehr aushält. Also buddeln die beiden kurzerhand eine frisch Verstorbene aus, die mit Blitz und Elektrogedröhn zum Leben erweckt wird. Erst scheint sich eine Romanze der beiden künstlichen Wesen abzuzeichnen – man geht gemeinsam ins Kino und sieht sich Filme mit dem famosen Tänzer Ronnie Reed an, gespielt übrigens von Maggie Gyllenhaals Bruder Jake. Doch das Glück ist nicht von Dauer.
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Das Paar wird überfallen, tötet die Angreifer und wird daraufhin von der Polizei verfolgt (Peter Sarsgaard und Penélope Cruz). Es entwickelt sich ein atemloser, manchmal von seinen Einfällen etwas arg berauschter Genre-Mix aus Film Noir, Verfolgungsjagd, Emanzipationsmusical und Horrorthriller, der seine Liebe zum Kino jedoch so charmant vermittelt, dass man ihm seinen hinkenden Plot verzeihen kann.
Drama, USA 2025, 127 min., von Maggie Gyllenhaal, mit Jessie Buckley, Christian Bale, Jake Gyllenhaal







