Die Berliner Literaturkonferenz (BLK), der Zusammenschluss der institutionell geförderten Literaturhäuser, der Literaturfestivals und der Freien Literaturszene Berlins, hat in einer Stellungnahme die Beendigung des Programms „Goethe-Institut im Exil“ scharf kritisiert. „Die Mitglieder der BLK sind bestürzt, dass dieses künstlerisch bedeutende Projekt der kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenarbeit restlos und von einem Tag auf den anderen gestrichen wurde. Nicht nur gefährdet diese Kürzung die Arbeitsplätze der von uns sehr geschätzten Mitarbeiter:innen des Programms, sondern sie zerstört auf einen Schlag gewachsene internationale Netzwerke und kulturellen Austausch, beides wesentlich für die gesellschaftliche Integration und Partizipation der betroffenen Künstler:innen und Autor:innen“, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme.
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Das Programm wurde 2022 ins Leben gerufen und präsentierte auf den Bühnen Berlins die künstlerische Arbeit von Menschen, die aus Krisen- und Kriegsgebieten stammen, insbesondere aus Ländern und Gebieten wie Afghanistan, der Ukraine, Syrien oder Palästina, in denen Goethe-Institute aufgrund erhöhter Sicherheitsbedenken schließen mussten oder nur in sehr eingeschränktem Maße tätig sein können. Es erlaubte Einblicke in Fluchtgeschichten und Grenzerfahrungen und bot der Kulturszene in der Diaspora Gelegenheit zur Vernetzung. Das Goethe-Institut hatte die Schließung kurzfristig am 23. Februar bekannt gegeben. „Vor dem Hintergrund aktueller politischer Dynamiken und multipler Krisen sowie deren Auswirkungen“ habe der Vorstand des Goethe-Instituts die Entscheidung getroffen, das Programm mit sofortiger Wirkung einzustellen, teilte das Institut mit. „Die akute Belastungssituation und eine enge finanzielle Ausstattung“ ließen die Fortführung nicht zu.

Die BLK kritisierte „die Art und Weise, wie das laufende Programm ad hoc und ohne ausreichende Vorankündigung an die Künstler:innen und Kooperationspartner:innen ersatzlos gestrichen wurde“. Viele Mitglieder der BLK seien seit Jahren verlässliche Partner des Programms. Teils habe die Information nicht auf direktem Weg, sondern nur über die Presse stattgefunden: „An dieser Stelle wäre eine schriftliche Erläuterung allen Partner:innen gegenüber äußerst wünschenswert“, hieß es. Die BLK plädierte zudem dafür, „dass der Vorstand des Goethe-Instituts zusammen mit dem Auswärtigen Amt diese Entscheidung umgehend überdenkt“. FM



