Noch fünf Wochen und drei Tage, dann ist es wieder so weit. Dann wird die Berlinale eröffnet. Vom 12. bis 22. Februar steht in der Stadt dann wieder alles im Zeichen des Films. Und des Berlinale-Bären. Zum zweiten Mal unter der neuen Intendantin Tricia Tuttle, die im vergangenen Jahr frischen Wind ins Festival gebracht hat.

Donnerstag

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Die Tickets sind dabei genauso teuer wie im Vorjahr. Sie kosten zwischen 9 und 15 Euro, Premieren im Wettbewerb oder von Berlinale Special Gala sogar 20 Euro. Das ist nicht billig. Und die Karten sind heiß begehrt – und schnell vergriffen. Wie gut, dass es da auch eine andere Möglichkeit gibt. Wo der Einlass gar nichts kostet. Und man sich auch die tägliche Ticketbeschaffung sparen kann, die ja nur noch digital möglich ist und für die man schnelle Rechner braucht.

Für die Leserjury braucht es nur Lust, Zeit - und Sitzfleisch

Die Berliner Morgenpost kann hier eine starke Alternative bieten: eine zwölfköpfige Leserjury, die den gesamten Wettbewerb des Festivals besucht, um am Ende gemeinsam über den Publikumsfavoriten abzustimmen. Der Wettbewerb, das bedeutet zwei bis drei Filme pro Tag. Das ist allerdings kein Feierabendjob! Die Jury schaut nicht die großen Premieren am Abend, sondern tagsüber. Die erste Vorführung beginnt gleich morgens um 9 Uhr, die zweite um die Mittagszeit und die dritte gegen 15 Uhr. Das heißt, man muss sich für die elf Festivaltage schon Urlaub nehmen. Dafür kann man das Filmfestival dann aber auch den ganzen Tag über genießen.

Und nicht nur den Wettbewerb. Wer danach noch Zeit und genügend Sitzfleisch hat, kann auch in alle anderen Sektionen des Festivals hineinschnuppern, bei Panorama, Forum, Retrospektive oder Generation. Man muss zwischendurch nur genug Schlaf finden, um nicht morgens beim ersten Wettbewerbsbeitrag vor Ermattung einzunicken.

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Die Berlinale macht es in diesem Jahr spannend. Und hat bislang noch nicht allzu viel aus seinem Programm bekannt gegeben. Aber so viel ist schon mal sicher: Der Ehrenbär für das Lebenswerk geht in diesem Jahr an den malaysischen Filmstar Michelle Yeoh, die 1997 international bekannt wurde mit „James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie“ und vor drei Jahren als erste Asiatin überhaupt mit einem Oscar als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Der Internationalen Jury steht in diesem Jahr Wim Wenders vor, der gerade seinen 80. Geburtstag feierte. Es wird ein Heimspiel für den Berliner Filmemacher.

Und die Retrospektive widmet sich diesmal unter dem Motto „Lost in the 90‘s“ einer Zeit des Aufbruchs, der Rebellion und der filmischen Experimente, mit Kultfilmen wie „Slacker“ von Richard Linklater, „Die zwei Leben der Veronika“ von Krzysztof Kieślowski und Tom Tykwers „Lola rennt“, die erstmals von Heleen Gerritsen, der neuen künstlerischen Direktorin der Deutschen Kinemathek, präsentiert werden. Erste aktuelle Titel gaben bislang nur die Sektionen Panorama und Generation preis: darunter „Only Rebels Win“ mit Hiam Abbas, „Allegro Pastell“ mit Jannis Niewöhner und Martina Gedeck und „Staatsschutz“ mit Julia Jentsch.

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Welcher Film das Festival eröffnen wird und welche Produktionen ins Bären-Rennen gehen, wird dagegen noch geheimgehalten. Aber das Schöne an einem Festival ist ohnehin, dass es dabei nicht nur Stars und Glamour gibt, sondern dass man sich dabei auch auf Filme einlässt, von denen man noch nichts oder nur wenig gehört hat. Da kann jeder seine eigenen Entdeckungen machen.

Wer sich in diesem Jahr für die Leserjury bewerben will, muss nur Zeit und Lust mitbringen. Und ein wenig Englischkenntnisse. Die Filme sind zwar immer untertitelt, aber nicht immer auf Deutsch. Und so wird’s gemacht: Einfach eine kleine Bewerbung schreiben. Bitte geben Sie dabei unbedingt Ihren Namen, Ihr Alter, Adresse, Beruf und Ihre persönlichen Kinofavoriten an – sowie eine Mobilnummer, unter der Sie auch während des Festivals erreichbar sind. Dem legen Sie noch ein Passfoto bei – bitte unbedingt ein Original, keine Fotokopie, denn sollten Sie in die Jury aufgenommen werden, wird dieses Bild Ihren Festivalausweis zieren. Und ab geht die Post an

Berliner Morgenpost

Kulturredaktion

Stichwort: Leserjury

Friedrichstr. 70

10117 Berlin

Sie können sich natürlich auch online bewerben. Dann senden Sie Ihr Anschreiben bitte an:

leserjury@morgenpost.de

In dem Fall müssen Sie bitte ein Foto im JPG-Format anhängen. Bewerbungen nehmen wir bis einschließlich Sonntag, den 25. Januar an. Dabei freuen wir uns besonders über fantasievolle Einreichungen und Begründungen. Wer in die Jury aufgenommen wird, wird bis spätestens 2. Februar benachrichtigt. Die Jury trifft sich dann erstmals am Samstag vor Festivalstart, also am ­ 7. Februar um 10 Uhr, für etwa eine Stunde. Auch für diesen Termin müssen Sie unbedingt Zeit haben.

Ausblick auf die Berlinale 2026
Er wird der Präsident der Bären-Jury: der Berliner Filmemacher Wim Wenders. © Oliver Berg/dpa | Oliver Berg

Die Idee zu einem Publikumspreis im Wettbewerb entstand 1974, zu einer Zeit, als Filme, die beim Publikum ankamen, bei der Bärenvergabe fast als anrüchig galten. Der Leserpreis diente da quasi als Korrektiv und Gegengewicht. Und genießt deshalb vor allem bei Kinos und Verleihern großes Ansehen, weil er anzeigt, wie die Filme an der Kinokasse angenommen werden.

Seit einiger Zeit aber haben sich die Geschmäcker wieder angeglichen, bekommen Filme wie „Magnolia“ (2000), „Nader und Simin“ (2011), „Seefeuer“ (2016) oder „Körper und Seele“ (2017) wieder ganz selbstverständlich sowohl den Goldenen Bären als auch den Leserpreis der Berliner Morgenpost.

Und wenn es inzwischen auch andere Publikumspreise auf der Berlinale gibt: Der Leserpreis der Berliner Morgenpost ist mit Abstand der älteste. Und der einzige, der in der Hauptsektion, dem Wettbewerb, vergeben wird. Vor zwei Jahren feierte der Preis sein 50-Jähriges. Im letzten Jahr ging er an den brasilianischen Film „Das tiefste Blau“.

Also: Machen Sie mit! Werden Sie Teil der Leserjury. Und ent­scheiden Sie mit, welcher Beitrag in diesem Jahr der Publikumsfavorit im Wettbewerb wird. Wir drücken Ihnen die Daumen!