Zur Adventszeit kommt viel Drama und viel Arthouse-Feinkost ins Kino: Ein Vater und eine Tochter, die sich nur langsam annähern, ein Ekelpaket, das plötzlich ganz traurige Züge bekommt, ein lesbisches Paar, das für ihr Kinderglück kämpfen muss, ein Politiker, dem man mal ganz nah wird und eine Heilige, die man ganz anders sieht: All das bringt die neue Kino-Woche. Hier die Neustarts im Überblick.
- „Sentimental Value“
Bei den Filmfestspielen von Cannes gewann Joachim Triers Film den Großen Preis der Jury. Norwegen hat ihn inzwischen zu seinem offiziellen Kandidaten für das Oscar-Rennen gekürt. Viel Vorschusslorbeer, aber sehr verdient: Denn „Sentimental Value“ ist ein vielschichtiges Familiendrama um ein Vater und seine Tochter, die nicht miteinander reden können, bis es der Vater über ein gemeinsames Filmprojekt versuchen will. Das ist oft komisch, dann wieder ganz bitter. Und ganz großes Schauspiel von Renate Reinsve und Stellan Skarsgard.
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- „Stromberg - Wieder alles wie immer“
Er ist die moderne Version von Ekel Alfred: Der Mann, den wir alle zu hassen lieben. Nun kehrt Christoph Maria Herbst in seiner Paraderolle zurück. Quasi in einem Stromberg 2.0. Der nicht mehr den alten Büro-Horror reaktiviert. Die Kollegen von einst kommen vielmehr 20 Jahre danach in einem Fernsehstudio noch mal zu einem Wiedersehen zusammen. Womit auch gleich das Phänomen Stromberg auf einer zweiten Ebene verhandelt wird - und die Frage, ob diese Type noch zeitgemäß ist . Und ob sie es überhaut je wahr.
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Der Stromberg verfolgt ihn, er steht in Klammern immer hinter seinem Namen, ihn wollte Christoph Maria Herbst längst hinter sich haben. Warum er nun doch noch mal in diese Rolle schlüpfte, auf die ihn alle festnageln und die für ihn Segen und Fluch zugleich war, erklärte er uns im Interview.
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- „Eternity“
Liebe auf ewig - das ist eine romantische Vorstellung, die viele hegen. Aber wie sähe die im Jenseits wirklich aus? Das spielt der Film „Eternity“ spielerisch durch. Eine eben gestorbene Frau (Elizabeth Olsen) trifft dort nicht nur auf den Mann (Miles Teller), mit dem sie Jahrzehnte verheiratet war, sondern auch auf ihren ersten Gatten (Callum Turner), der als Soldat früh im Krieg gestorben ist. Sie muss sich für immer entscheiden, aber für wen? Das geht weit über eine RomCom hinaus und verhandelt komplexe Themen auf rührende Weise.
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- „Jetzt. Wohin. Meine Reise mit Robert Habeck“
Ein Dokumentarfilm über den Grünen-Politiker und umstrittenen Wirtschaftsminister. Allzu viel Kritik darf man dabei nicht erwarten. Denn Filmemacher Lars Jessen ist ein Freund Habecks und hat ihn bei seinem Wahlkampf unterstützt. Doch Jessen erspart seinem eigenen Milieu nicht, sich selbstkritisch mit der eigenen Performance zu befassen. Und zeigt, warum nicht nur Habeck, sondern seine ganze Partei bei der letzten Bundestagswahl gescheitert ist.
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- „15 Liebesbeweise“
Ein lesbisches Ehepaar will gemeinsam ein Kind kriegen. Doch dieser Weg ist 2014 in Frankreich noch mit bürokratischen Hürden verlegt. Die Frau, die das Kind nicht austrägt, muss es offiziell adoptieren. Und braucht dafür 15 Empfehlungsschreiben - von Freunden, Bekannten, aber vor allem auch den Eltern. Regisseurin Alice Douard erzählt hier ihre eigene Geschichte und vor allem den Konflikt mit ihrer Mutter. Ein feinfühliges Drama über ein Thema, dem immer noch mit viel Ignoranz und Missverständnissen begegnet wird.
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Als die Regisseurin das Drehbuch schrieb, hatte sie als ihr Alter Ego die Schauspielerin Ella Rumpf im Kopf. Die wollte die Rolle aber erst gar nicht spielen. Warum sie sich, zum Glück, anders entschied, das hat sie uns im Interview erzählt.
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- „Teresa - Ein Leben zwischen Licht und Schatten“
Die Welt kannte Mutter Teresa als das gute Gewissen der Menschheit und als Friedensnobelpreisträgerin. Aber keiner kannte die junge Frau, die diesen Weg erst einschlagen musste. Dieses Biopic holt das nach - und spielt ausschließlich im Jahr 1948, als die junge Schwester ihr Kloster verließ, um ihren eigenen Orden, die Missionarinnen der Nächstenliebe, zu gründen. Noomi Rapace spielt das grandios. Aber man ahnt, dass Teresas Charakter doch widersprüchlicher und ambivalenter war, als hier erzählt wird.
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Und das sagen die Filmkritiker:












