​Auch nach der eingeleiteten Strukturreform ist das historisch gewachsene Konglomerat aus Museumsinsel, Kulturforum, Häusern, Sammlungen und Personen der Staatlichen Museen zu Berlin noch ganz schön unübersichtlich. Für Marion Ackermann, seit Juni Präsidentin der übergeordneten Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sind die Dimensionen aber auch ein Vorteil. Sie setzt auf Synergien, Kommunikation, Vernetzungen, Verdichtungen und „Narrationslinien für sammlungsübergreifende Ausstellungen“.

Donnerstag

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Das soll schon im Programm des kommenden Jahres sichtbar werden, das in Auszügen am Montag im Alten Museum vorgestellt wurde. Die Vertreter und Vertreterinnen der Häuser hatten Spaß am gemeinsamen Auftritt, bei dem sie in dreiminütigen Vorträgen Einblicke in jeweils eine herausragende Ausstellung gaben.

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Erkennbar sind die verbindenden Narrationslinien bereits jetzt im Hamburger Bahnhof: Die Ausstellung „Off Score“ mit Videokunst und Performance von Annika Kahrs findet auch im Musikinstrumente-Museum statt. Im kommenden Jahr wird es eine große Schau der französischen Künstlerin Sophie Calle geben: Sie beschäftigt sich mit der Transformation des Hamburger Bahnhofes, des Pariser Musée d’Orsay (das auch ein Bahnhof war) und des Humboldt Forums.

Weitere monografische Präsentationen wird es ab März mit der ersten großen Überblicksschau seit 50 Jahren von Constantin Brâncuși in der Neuen Nationalgalerie geben und ab November mit dem Designer Verner Panton im Kunstgewerbemuseum. Brâncuși gilt als Wegbereiter der abstrakten Skulptur, Hauptwerke wie der goldene Musenkopf kommen direkt aus dem Pariser Centre Pompidou, das wegen Renovierung geschlossen ist. Verner Pantons Todesjahr jährt sich zum 100. Mal, seine ikonischen Kunststoffmöbel haben in den 1970er-Jahren die Wohnzimmer revolutioniert.

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Die Revolution, die Thomas Alva Edisons Phonographen-Erfindung für die Musik ausgelöst hatte, ist Ausgangspunkt für eine Schau im Musikinstrumenten-Museum, die sich mit der Veränderung des Musikhörens auseinandersetzt. Während die Revolution des Bildersehens, das mit den rasenden Pressefotografen in den 1920er-Jahren begann, Thema einer Foto-Ausstellung der Staatsbibliothek sein wird. Die Alte Nationalgalerie wiederum ehrt mit „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus“ einen Berliner Kunsthändler, der in der Sammlung selbst eine Revolution hin zur Moderne ausgelöst hatte.

Das Bode-Museum spürt Klangkörper in der eigenen Sammlung auf, die Gemäldegalerie widmet sich dem Porträt und sucht in überraschenden Dialogen nach Gemeinsamkeiten über die Jahrhunderte: Tizian trifft auf Therbusch, Botticelli auf de Lempicka und Besuchende auf ihr eigenes Selbstbild in Zeiten von Selfies.

Einen Knaller verspricht Matthias Wemhoff vom Museum für Vor- und Frühgeschichte: Im 13. Jahrhundert stand Dschingis Khan 300 Kilometer vor Berlin. Wie kam es dazu, wie wurde dadurch die Welt verändert, mit Auswirkungen bis heute? Das Vorderasiatische Museum geht noch einige Jahrtausende weiter zurück hin zu den ersten sesshaften Kulturen in der Türkei und zeigt die ältesten menschlichen Antlitze, die in Stein gehauen wurden. Am Beispiel der Tracht der Doanuschwaben, beispielsweise dem schwarzen Hochzeitskleid, erzählt das Museum für Europäische Kulturen eine innereuropäische Migrationsgeschichte.