Der italienische Künstler Maurizio Cattelan erhält den Preis der Nationalgalerie in Berlin. Mit ihm werde einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart geehrt, teilten die Veranstalter mit. Cattelan bekomme nun erstmals eine Einzelausstellung in Deutschland, sie soll im September 2026 in der Neuen Nationalgalerie gezeigt werden.

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Der Preis der Nationalgalerie, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, wird im neuen Format fortgeführt und ist nicht mehr mit Ausstellungen am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, sondern mit einer Einzelschau in der Neuen Nationalgalerie verbunden. Die Vergabe an den international längst etablierten und höchst erfolgreichen Cattelan deutet darauf hin, dass er sich nicht mehr vorrangig als Nachwuchspreis versteht, der junge Positionen fördern und ihnen zu mehr Sichtbarkeit verhelfen will.

Cattelans Werke seien „geprägt von scharfem Humor, bitterem Ernst und einer tiefgehenden Reflexion gesellschaftlicher Strukturen“, hieß es. Er nutze das Potenzial des Schocks, der Irritation und der moralischen Ambivalenz, um zentrale Fragen unserer Zeit aufzuwerfen. Cattelan, geboren 1960 in Padua, ist für seine skurrilen Skulpturen bekannt. Im vergangenen Jahr wurde eine von ihm mit Klebeband an der Wand befestigte Banane in New York für 6,2 Millionen Dollar versteigert. Ein anderes Werk („La Nona Ora“) zeigt eine Figur von Papst Johannes Paul II., der von einem Meteoriten getroffen wird.
Cattelan schuf auch eine goldene Toilette mit dem Titel „America“. Ein Exemplar war im englischen Blenheim Palace ausgestellt, dem Geburtsort des früheren britischen Premiers Winston Churchill. Die Kunstinstallation aus 18-karätigem Gold war im September 2019 gestohlen worden. Ein weiteres Exemplar soll nun in New York versteigert werden. dpa/BM




