Wenn es früher dunkler wird, geht man wieder öfter ins Kino, um sich Lichtspielen hinzugeben. Eine alte Weisheit, die sich erneut bewahrheitet. Die neue Filmwoche bringt viele starke Produktionen unterschiedlichster Couleur: mit „Stiller“ eine Literaturverfilmung, mit „Bugonia“ eine schrille Satire, mit „No Hit Wonder“ eine schöne deutsche Komödie - und dann beißt auch „Dracula“ mal wieder zu. Die Filmstarts im Überblick:
- „Stiller“
Ein Amerikaner wird in der Schweiz verhaftet. Er soll der verschwundene Bildhauer Stiller sein. Was er entschieden abweist. Aber alle behaupten das. „Stiller“ ist der Roman, mit dem Max Frisch 1952 der Durchbruch als Schriftsteller gelang. Seltsam, dass er nicht längt mal verfilmt wurde. Das hat Stefan Haupt jetzt nachgeholt. Mit einem wieder mal starken Albrecht Schuch in der Hautprolle. Ein sehr interessanter Beitrag in der derzeitigen Identitäts-Debatte.
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- „Bugonia“
Eine kaltherzige Pharma-Chefin wird von zwei eher debilen Verschwörungstheoretikern entführt. Aber sie erweist dabei als nicht weniger bizarr als die Aluhutträger. Der jüngste Streich von Yorgos Lanthimos, dessen „Poor Things“ vier Oscars einheimste, erneut mit seiner Muse Emma Stone. Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone: Eine ätzende Satire auf den Zeitgeist.
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- „No Hit Wonder“
Florian David Fitz spielt ein Popsternchen, das nur einen Song hatte und den immer wieder singen muss. Bis er nicht mehr kann und sich in der Psychiatrie wiederfindet. Wo er einem Chor unglücklicher Menschen beitreten soll, die durchs Singen glücklicher werden soll. Ein Film nach Schema F, der dennoch immer wieder überrascht und berührt. Stark vor allem durch Fitz und Nora Tschirner als sein Gegenpol.
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Fitz spielt in der Komödie nicht nur die Hauptrolle, er hat auch das Drehbuch geschrieben. Und auch gleich noch den Song komponiert. Über seinen Film haben wir uns mit ihm unterhalten:
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- „Dracula - Die Auferstehung“
Es ist der Horror: Erst vergangene Woche startete ein Remake von „Frankenstein“, nun hat Luc Besson sich an eine Neuversion von „Dracula“ gemacht. Und lässt den Blutsauger über seine Heimatstadt Paris statt über London herfallen. Opulent inszeniert, weiß Besson dennoch wenig Neues hinzuzufügen. In seinem Film fließt viel Blut, aber er hat wenig Biss.
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- „Pumuckl und das große Missverständnis“
Vor zwei Jahren gab es ein Reboot mit dem kauzigen Kobold: eine neue Serie mit Florian Brückner als neuem Meister Eder. Wobei die prägnante Stimme des längst verstorbenen Hans Clarin für Pumuckl am Computer reaktiviert wurde. Nun gibt es auch einen großen Kinofilm mit dem realen Eder und dem animierten Pumuckl. Ein Spaß für die ganze Familie.
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- „Memory Hotel“
Und noch ein gänzlich animierter Film, mit allerdings ganz anderer Tonlage: „Memory Hotel“ ist eine über viele Jahre liebevoll mit Knetfiguren Bild für Bild animierte Fantasie über Deutschland im Jahr 1945, als eine Kleinfamilie vor den Russen in den Westen fliehen will und in einem Hotel auf einen Nazi und einen Hitlerjungen trifft. Woraus sich ein folgenschwerer Kampf entwickelt. Regisseur Heinrich Sabl schlägt einen Bogen über 40 Jahre deutsche Geschichte, für die er starke Bilder findet. Das ist große Klasse.
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Und das sagen die Filmkritiker:

Weiterhin im Kino:
- Anatomie eines Unmenschen: „Das Verschwinden des Josef Mengele“
- Zwischen Krise und Kreativität: „Springsteen - Deliver Me From Nowhere“
- Kurios-köstliches Kafka-Kaleidoskop: „Franz K.“ von Agnieszka Holland
- Ein Monster stapft durch die Kunstgeschichte: „Frankenstein“
- Was für ein Debüt! Das Filmdrama „Danke für Nichts“
- Hilfe, mein Vater ist ein Mafiaboss: „Kingdom – Die Zeit, die zählt“










