Krieg von damals, Krieg von heute - und Krieg in der Zukunft: Das alles spiegelt sich in der in dieser Hinsicht säbelrasselnden Kinowoche. Fatih Akin erzählt von einer verlorenen Kindheit am Ende des Zweiten Weltkriegs, Kathryn Bigelow vom atomaren Ernstfall, ein Dokumentarfilm beleuchtet eine der von der Hamas verschleppten Geiseln. Und ein Science-Fiction-Film zeigt, wie Kriege künstlich mit Kampfmaschinen statt mit Menschen geführt werden. Aber es gibt auch Satirisches aus Rumänien und Rabenhumor aus Bayern. Die Filmstarts im Überblick:
- „Amrum“
Fatih Akin hat den Roman seines filmischen Mentors Hark Bohm verfilmt. Über dessen verlorene Kindheit in den letzten Tagen des Krieges auf „seiner“ Insel an der Nordsee, wo er hin- und hergerissen ist zwischen seinen Eltern, die fanatische Nazis sind, und der restlichen Inselbevölkerung, die heimlich opponiert. Als Hitler Selbstmord begeht und die Reichswehr kapituliert, ändern sich die Kräfteverhältnisse. Das alles wird ganz aus der noch halb unwissenden Sicht des Kindes erzählt.
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Über seinen Film und seine besondere Freundschaft zu Hark Bohm haben wir uns auch mit Regisseur Akin unterhalten.
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- „A House of Dynamite“
Alle diskutieren derzeit über Aufrüstung und Abschreckung. Aber wohin das im Ernstfall führen würde, das zeigt Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow in diesem quasi-dokumentarischen Thriller: Sie lässt eine Atombombe auf die USA zufliegen und zeigt minutiös die vielfältigen und anfälligen Mechanismen auf, die dadurch ausgelöst werden. Selbst wenn ein Präsident besonnener ist als Donald Trump. Einer der wichtigsten Filme des Jahres.
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- „A Letter to David“
Am 7. Oktober jährte sich der Angriff der Hamas auf Israel zum zweiten Mal. Aus diesem Anlass startet der ergreifende Dokumentarfilm von Tom Shoval, der von David Cunio handelt, der einst mit seinem Zwillingsbruder für Shoval vor der Filmkamera stand, bei den Attentaten als Geisel verschleppt wurde und seither nicht zurückgekommen ist. Das alles zu sehen, ist sehr traurig. Es zu zeigen, ist absolut notwendig
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- „Kontinental 25“
Rumäniens Kultregisseur Radu Jude ist auch in Deutschland seit dem Goldenen Bären für „Bad Luck Banging or Loony Porn“ so berühmt wie berüchtigt. Auch in seiner neuen Satire teilt er wieder kräftig aus, gegen Globalisierung, skrupellose Heuschrecken und das Geschäft mit dem schlechten Gewissen. Eine persönliche Verneigung vor Rossellinis Klassiker „Europa 51“. Aber so ganz ausgereift und auf die Spitze getrieben wie die früheren Werke des rumänischen Tausendsassas ist das leider nicht.
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- „Tron: Ares“
„Tron“ mit Jeff Bridges wurde 1982 zum Kult. Auch wegen seiner damals bahnbrechenden Spezialeffekte und dem durch-designtem Stil. Nun gibt es mit „Tron: Ares“ bereits die zweite Fortsetzung, mit Jared Leto als seelenloser Kampfmaschine, die plötzlich Gefühle zeigt und zu den Guten wechselt. Eine Handlung nach Schema F, aber mit neuester CGI-Technik wahnwitzig aufgebläht. Der schönste Moment bleibt trotzdem die kurze, nostalgische Szene, in der Jared Leto auf Jeff Bridges treffen darf.
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- „Zweigstelle“
Krasser Wahnwitz: Die Bürokratie hört mit dem Tod nicht auf, sie geht auch im Jenseits weiter. Um in den Himmel zu kommen (oder in die Hölle), muss man viele Formulare ausfüllen und vor allem lange, lange warten. Eine grandiose Filmidee, verfilmt mit viel Liebe zu Details, was aber leider trotzdem kein rundes Ganzes ergibt. Ein schwarzhumoriges, aber auch zwiespältiges Vergnügen.
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- „Reflection in a Red Diamond“
Es war ihr dezidierter Lieblingsfilm auf ihrer ersten Berlinale, bekannte Festivalchefin Tricia Tuttle. Doch im Wettbewerb spaltete der belgische Beitrag das Publikum. Die einen liebten die blutige, aber schön trashige Hommage und Parodie auf die Agentenfilme der 60er-Jahre à la James Bond, die anderen bekrittelten nicht zu Unrecht, dass der Film nur eine Überfülle von Reminiszenzen und Filmzitaten abfackelt. Ein Film, der in jeder Hinsicht spaltet.
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Und das sagen die Filmkritiker:

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