Es ist eine aufmunternde Nachricht für den in Sparzeiten kriselnden Berliner Kulturbetrieb: Der Dachverband Tanz Deutschland ehrt Christian Spuck, Choreograph und Intendant des Staatsballetts Berlin, mit dem Deutschen Tanzpreis 2026. Der Nachricht ist kurz vor der großen Premiere von Jirí Kyliáns Stück „Gods and Dogs“, dass das Staatsballett am 28. Juni in der Staatsoper aufführen wird, veröffentlich worden. Intendant Christian Spuck hat seit seinem Amtsantritt in Berlin 2023 zweifellos einen guten Lauf.
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In der Jury-Begründung des Tanzpreises ist es folgendermaßen beschrieben. „In Berlin wählte Christian Spuck einen sympathischen Weg, der das Publikum in die Vorstellungen lockte und der Berliner Kompanie die Chance auf einen Stilwechsel ermöglichte: Als Künstler und Advokat der Künste zugleich vermag Spuck in kürzester Zeit das lange Bekannte mit noch Ungewissem zu verbinden“, so die Jury: „Zugleich gehen neue Dialogformate mit Publikum und Künstler*innen Fragen nach Unbehaglichem auf den Grund. Spuck bleibt im Gespräch, im Dialog mit Menschen. Diesen Weg gestaltet und geht er mit dem Gespür eines Tänzers, der Neugier eines Choreografen und dem Weitblick eines Intendanten.“
Zuletzt hatte Spuck seine Erfolgschoreografie „Winterreise“ im Mai beim Staatsballett Berlin zur gefeierten Premiere gebracht. Bereits seine Züricher Inszenierung der „Winterreise“ hatte 2019 den Prix Benois de la Danse, die höchste Auszeichnung der Tanzwelt, erhalten. Mit der Uraufführung von „Bovary“, die im Oktober 2023 an der Deutschen Oper stattfand, hatte er sofort einen Publikumsrenner kreiert. Im Charlottenburger Opernhaus, dem Sitz des Staatsballetts, war er auch schon als Opernregisseur zu erleben. Der jetzt scheidende Intendant Dietmar Schwarz hatte ihn für Berlioz‘ „La Damnation de Faust“ 2014 verpflichtet. Beim Schlussapplaus hatte ihn Generalmusikdirektor Donald Runnicles gefragt, ob er mit ihm Wagners „Fliegenden Holländer“ machen würde. Die Premiere war drei Jahre später.
Christian Spuck arbeitete auch mit Erfolg als Opernregisseur
„Schon bevor Christian Spuck das Staatsballett als Intendant übernahm, kannte ihn das Publikum in Stuttgart, Zürich und weltweit als musikversierten Tanzschaffenden“, lobt die Preisjury. „Christian Spuck wurde ausgebildet in der John Cranko-Tradition, sammelte zugleich Erfahrungen in der zeitgenössischen Bewegungssprache, etwa bei Anne Teresa De Keersmaeker, hat sich als Choreograf an zahlreichen Häusern etabliert, arbeitete mit Erfolg als Opernregisseur großer Komponisten von Barock bis Gegenwart und wurde als Direktor des Balletts Zürich gefeiert.“ Es ist wohl auch typisch Spuck, wie er sich für den Preis bedankt: „Dieser Erfolg ist keine Einzelleistung, sondern ein Werk aller Mitarbeitenden und aller beteiligten Künstler*innen.“
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Der Deutsche Tanzpreis wird Christian Spuck im Rahmen einer Tanz-Gala am 28. Februar 2026 im Aalto-Theater Essen verliehen. Darüber hinaus bekommt Gabriele Brandstetter, Professorin für Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin, die „Ehrung für herausragende Entwicklungen im Tanz“. Posthum erhält Tadashi Endo für seine Arbeit in der Kunst des Butoh-Tanzes die „Ehrung für das Lebenswerk“.




