Ein polnischer Wald im tiefsten Winter. Hier leben ein Holzfäller und seine Frau, ein kinderloses Paar, in einer einfachen Hütte. im Film „Das kostbarste aller Güter“ ist es das Jahr 1943, und durch die Schneelandschaft rasen Güterzüge, die Menschen nach Auschwitz transportieren, doch die Frau ahnt nichts von der Todesindustrie. Sie betet zu den „Zuggöttern“, ihr beim Vorbeifahren ein Almosen abzuwerfen.
Eine kinderlose Frau muss das Findelkind verstecken und dann mit ihm fliehen
Ihr Wunsch wird erfüllt mit einem kleinen Bündel, das ein verzweifelter Vater aus dem Waggon geworfen hat, um seinem Kind die Chance auf ein Überleben zu geben. Die Frau trägt das Neugeborene nach Hause, entschlossen, es zu retten, gegen Widerstände und Vorurteile.
Auch ihr Mann weigert sich zunächst, das Kind von „Herzlosen“ zu behalten. Bis er mit der eigenen Hand in dessen kleiner Brust das Pochen vernimmt. Doch das Glück währt nicht lange. Als Nachbarn vom versteckten Findelkind erfahren, ist die Frau gezwungen, mit der Kleinen zu fliehen.
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Wie lässt sich heute einer jungen Generation vom Holocaust erzählen? Der 1939 geborene jüdischer Autor Jean-Claude Grumberg, dessen Vater in Auschwitz ermordet wurde, versuchte es in Form einer Fabel, die bei allem Schrecken auch von Zusammenhalt und Mitgefühl handelt.
Der Film ist als Film wider das Vergessen wie als Diskussionsangebot geglückt
Daraus hat nun Regisseur Michel Hazanavicius, dessen „The Artist“ 2011 mit fünf Oscars ausgezeichnet wurde, seinen ersten Animationsfilm adaptiert. Mit „Das kostbarste aller Güter“ thematisiert der Enkel von aus Litauen stammenden Juden erstmals die Schoah, ohne jedoch den historischen Kontext explizit zu benennen.

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Der Stil, nach Hazanavicius’ eigenen Zeichnungen, erinnert dabei bisweilen an Holzschnitte. Wenn im Verlauf der Geschichte das Schicksal des Vaters im Zug in den Fokus rückt, werden die Striche brüchiger, die Bilder und auch Alexandre Desplat Filmmusik düsterer. Nach der Premiere in Cannes reiste Hazanavicius im Herbst wochenlang durch Frankreich, um seinen Film Schulklassen zu zeigen, und präsentierte ihn am 27. Januar zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus auch in Berlin. „Das kostbarste aller Güter“ ist als Film gegen das Vergessen wie als Dialogangebot gleichermaßen geglückt.
Animationsfilm, Frankreich 2024, 81 min., von Michel Hazanavicius




