Den Großen Preis der Jury sollte Gabriel Mascaro erst am Samstagabend bei der Bären-Verleihung erhalten. Stunden zuvor wurde ihm aber schon eine andere Ehre zuteil: Bei der Preisverleihung der Unabhängigen Jurys erhielt er den Leserpreis der Berliner Morgenpost.

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Zwölf Leserinnen und Leser der Berliner Morgenpost haben alle 19 Beiträge des Wettbewerbs gesehen, um am Ende daraus ihren Publikumsfavoriten zu wählen. Die Entscheidung fiel diesmal recht schnell. Das Votum ging an den brasilianischen Beitrag. „O último azul“, so die Begründung der Jury, „behandelt Alter, Freiheit, Selbstbestimmung und Freundschaft in einer dystopisch-feindlichen Welt auf heitere und farbenfrohe Weise – ein hoffnungsvolles Juwel der diesjährigen Berlinale.“

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Der Film handelt von einer nahen Zukunft, in der ältere Menschen in Seniorenkolonien gebracht werden, damit die jungen Menschen ungestört ihre Produktivität steigern können. Eine dieser „ausgemusterten“ Frauen will das aber nicht hinnehmen und begibt sich entschlossen auf eine Odyssee durch den sprichwörtlichen Dschungel in die Selbstbestimmung. Die Hauptfigur Estzer wird großartig gespielt von Denise Weinberg.

Mascaro, der zur Preisverleihung noch einmal nach Berlin gereist war, gemeinsam mit seinen Darstellern Weinberg und Rodrigo Santoro, nahm den Preis persönlich und sichtlich gerührt entgegen. Ist er doch ein Zeichen, dass dieser Film auch international von einem Publikum geschätzt und gemocht wird.

„Ich fühle mich sehr glücklich und sehr geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten“, so der Regisseur. „Es ist ein Privileg für mich als Filmemacher, so willkommen geheißen zu werden mit einem Film, der die Vielfalt in einer anderen Perspektive und aus anderen Blickwinkeln zeigt.“ „Und“, fügt er an, „ich bin so froh, dass wir alle hier durch das Kino vereint sind.“