Berlin Fünf Jahre lang haben sie die East Side Gallery filmisch begleitet: angefangen kurz vor dem 20-jährigen Jahrestag des Mauerfalls 2009 bis kurz nach der 25-Jahr-Feier mit der spektakulären Lichtgrenze. Deshalb war ihr Film „Berlin East Side Gallery“ genau der richtige, um ihn nun, da der Mauerfall sich zum 35. Male jährt, in der Morgenpost-Filmreihe „Hauptrolle Berlin“ im Zoo Palast zu zeigen.

Einige der Künstler von 1990 sitzen auch jetzt im Kinosaal

Und die Filmemacher Karin Kaper und Dirk Szuszies schilderten lebhaft, wie das war, damals dieses Projekt anzugehen, auf eigene Faust, ohne jede Förderung. Wie es war, all die Künstler kennenzulernen, die 2009, zum 20-Jährigen, ihre 1990 entstandenen Kunstwerke zu restaurieren.

Und wie schrecklich zugleich, zu sehen, wie an dieser Stelle groteske Bauprojekte realisiert wurden, für die einzelne Mauerteile herausgerissen wurden. Und die anderen lange bedroht schienen.

Das Kunstwerk von einst restaurieren: Eine Szene aus dem Film „Berlin East Side Gallery“.
Das Kunstwerk von einst restaurieren: Eine Szene aus dem Film „Berlin East Side Gallery“.© Karin Kaper Film | Karin Kaper Film

Das Happy End gab es erst lange nach dem Dreh, 2018, als die Wahrung der verbliebenen Mauerteile der Stiftung der East Side Gallery anvertraut wurden. Denkt man da als Filmemacher darüber nach, eine Art Epilog zu drehen, quasi als Ultimate Cut des Films? Nein, da sind sich die beiden einig.

Der Film spricht auch so für sich. Und hat auch die turbulenteste und schwierigste Zeit des längsten erhaltenen Mauerstreifens in Berlin dokumentiert. Ihr Film sei da wirklich ein Zeitdokument. Denn: „Glauben Sie nichts, was bei Wikipedia über die East Side Gallery steht“, warnt Szuszies. Der Ideengeber zu dieser einmaligen Künstleraktion sei Dave Monty, „und niemand sonst.“

Sie wohnen um die Ecke. Und sind oft vor Ort

Einige der Künstler, die 1990 diese Mauerstreifen künstlerisch verarbeitet haben, sind auch an diesem Abend gekommen, um den Film noch einmal zu sehen. Andere hingegen, die noch im Film auftreten, darunter auch die Organisatorin des ehrgeizigen Projektes, Christine MacLaine, sind inzwischen verstorben. Die Filmemacher verstehen ihren Film auch als Hommage an sie. Auch wenn, das betonen sie, ihr Film auch unabhängig von den Künstlern entstanden ist.

Donnerstag

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Und werden die beiden am 9. November wieder vor der East Side Gallery stehen? Ist das Pflichtprogramm für sie? Nein, sie arbeiten gerade an einem neuen Projekt. Aber sie wohnen um die Ecke. Und sind oft dort.

Als Nächstes zeigen wir in unserer Filmreihe am 3. Dezember den Defa-Film „Das siebente Jahr“ von 1969. Zu Gast ist dann Mirko Wierman von der Defa-Stiftung.