Während Sänger Marco Wanda bei der letzten Berlin-Show im Neuköllner Club Hole44 über den Auftritt auf kleiner Bühne scherzte („Irgendeiner muss uns doch entdecken heute“), wäre dieser Joke am Freitag in der ausverkauften Berliner Max-Schmeling-Halle völlig fehl am Platze gewesen. Wer eine der größten Locations der Stadt im Handumdrehen voll macht, der muss nicht entdeckt, sondern gehuldigt werden.

Donnerstag

Der Wochenend-Newsletter der Berliner Morgenpost

Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter mit Tipps zum Wochenende in Berlin

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Und so ist von Beginn an, eine fiebrige Vorfreude im Publikum zu spüren. Denn angekündigt wurde die Konzertreihe als letzte großer Tour für längere Zeit. „Tut uns weh, oder irgendwer anders tuts statt euch“, das Motto des Abends.

Und das Berliner Publikum scheint sich von Anfang an vorgenommen zu haben, dieses vorerst letzte Gastspiel auf der großen Bühne zu etwas Außergewöhnlichem zu machen. Es ist textsicher, heiß und trotz hoher Hallendecke bereit, auch die Intimität der Band an sich heranzulassen. Wobei man sagen muss: Wanda im Club ist schon besser, aber immerhin nutzen alle Bandmitglieder den zusätzlichen Platz, um sich körperlich austoben.

Die schnellen Nummern gleich zu Beginn

Die Setlist ist fast dieselbe wie beim Club-Konzert, aber in diesem Format wird umso mehr deutlich, dass Hits wie „Bologna“, „Kairo Downtown“, „Schick mir die Post“ und „Luzia“ zum Soundtrack einer ganzen Generation oder zumindest eines Schlag Menschen gehören.

Bock auf Exzess, Sehnsucht nach Ruhe. Dazu passt auch die Einlaufmusik von Édith Piaf „Non, je ne regrette rien, Nein, Ich hab nichts zu bereuen.“ Oder das mit stolz getragene Lichterwerden des Haupthaares. Oder das Kind im Halloween-Kostüm, das am Bühnenrand tanzt. Älter werden ohne lame oder peinlich zu werden.

Schöner konnte der Abend nicht enden

Dass das Rauchen auf der Stage einen noch nicht gemein macht mit dem Gejammer „Aber früher durfte man doch“, zeigt Marco auch mit der Ansage zum Song „Jurassic Parc“. Lasst euch nichts gefallen von Mackern mit Weltformel ist die Message an die Ladies. Dann ist es auch nur logisch, dass „Bolonga“ zum Finale ein zweites Mal gespielt wird.

Aber es passt auch zur Bandgeschichte, dass die Wiener Combo, die schnellen Nummern gleich zu Beginn verfeuert. Stolz auf das wilde Leben hinter einem, aber mit Mut für etwas anderes. Schöner kann der Abend wohl nicht enden. Oder wie es Wanda eher sagen würden: „Kein Ende nie“.