Beziehungen ändern sich. Auf das erste euphorisierende Kennenlernen folgt oft eine gewisse Enttäuschung. Das gilt für die Beziehung zwischen dem Superheldenkino und seinen Fans genauso wie für die zwischen Mensch und Alien, von denen es so gern erzählt. Vielleicht erst recht, wenn sie sich einen Körper teilen, wie bei Eddie Brock (Tom Hardy) und seinem außerirdischen „Symbiont“ Venom.
Ein unfreiwilliges Paar, gejagt von der Polizei - und von gefräßigen Aliens
„Venom: The Last Dance“ ist bereits der dritte Film mit dem Bösewicht aus dem Sony-„Spider-Man“-Universum, einem mit dem großen Marvel-Universum zwar verbundene, aber durch Urheberrechte noch einmal davon abgegrenzten Welt. Aber bevor es zu kompliziert wird, setzt sich „ The Last Dance“ von den Vielbezüglichkeit des MCU etwas ab.
Der neue Film beginnt mit einem sturzbetrunkenen Eddie in einer Bar in Mexiko und einem wenig subtilen Scherz über das „Multiverse“. „Ich hasse diesen Scheiß!“, stöhnt Eddie, der sowieso mit dem Schicksal und seinem ständig die Gestalt wechselnden Begleiter hadert. Was der ehemalige Reporter Eddie in den ersten Filmen noch als „Empowerment“ erlebte, scheint nun ein Fluch: Die Superkräfte Venoms führten zu einigen Verbrechen, für die Eddie Brock nun gejagt wird.
Lesen Sie auch: Kida Khodr Ramadan: „Ich habe Fehler gemacht und daraus gelernt“
Bald muss das „Odd Couple“ feststellen, dass ihm eine Spezies gefräßiger Aliens folgt, die ein gewisser Knull aus den Weiten des Alls zur Erde geschickt hat. Die Flucht führt zum berüchtigten Sperrgebiet der „Area 51“ in Nevada, wo Wissenschaftlerin Dr. Payne (Juno Temple) sich im Geheimen um weitere Symbionten sorgt. Mehr muss man über die Handlung von „The Last Dance“ kaum wissen. Der Rest besteht wie gehabt vor allem aus viel CGI.
Man darf bezweifeln, dass dies der „Letzte Tanz“ sein sollte
Dass dies einer der unterhaltsameren Filme des zuletzt sehr enttäuschenden Marvel-Superhelden-Kinos darstellt, hat viel mit der angenehmen Länge von unter 110 Minuten zu tun. Das Regiedebüt der Drehbuchautorin Kelly Marcel („50 Shades of Gray“) schreitet nonchalant über manches Plot-Loch hinweg und konzentriert sich aufs Wesentliche: das launige Geplänkel zwischen Eddie und dem Symbionten sowie skurrilen Interaktionen mit Passanten, die sich aus der „Body-Switch“-Konstellation ergeben.

Donnerstag
Der Wochenend-Newsletter der Berliner Morgenpost
Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter mit Tipps zum Wochenende in Berlin
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Als Althippie mit Neugierde für Aliens stiehlt Rhys Ifans seinem britischen Landsmann Hardy fast die Show. Auch deshalb darf bezweifelt werden, dass dies tatsächlich Venoms „letzter Tanz“ sein wird.
Actionfilm, USA 2024, 109 min., von Kelly Marcel, mit Tom Hardy, Juno Temple, Rhys Ifans




