Röhrender Gesang, hämmernde Drums, Nietenarmbänder, gern auch mal Satanskult und Feuerfontänen: Dass Heavy Metal mit all seiner Verliebtheit ins Grobe, Laute und Dunkle auch eine umwerfend komische Seite hat, wissen ältere Semester spätestens seit Rob Reiners großem Film „This Is Spinal Tap“ (1984).
Die Regisseure Juuso Laatio und Jukka Vidgren knüpften mit ihrem Langfilm-Debüt „Heavy Trip“ 2018 lose daran an und übergossen den Stoff mit einer Großportion jenes skurrilen Humors, wie er nur in ihrer finnischen Heimat gepflegt wird. Die vier Dorfmetaller Turo (Johannes Holopainen), Lotvonen (Samuli Jaskio), Jynkky (Antti Heikkinen) und Pasi (Max Ovaska) ließen sich darin von den Klängen der heimischen Rentierschlachterei zu wilder Metal-Musik inspirieren, nannten sich „Impaled Rektum“ (was man zurückhaltend mit „Gepfählter Hintern“ übersetzen könnte) und lösten bei dem Versuch, es auf die Bühne eines großen Festivals zu schaffen, fast einen Krieg zwischen Norwegen und Finnland aus.
„Heavier Trip“: Schockrocker, Fäkalien und brennende Gitarren
Die Fortsetzung „Heavier Trip – Road to Wacken“ setzt nun genau da an, wo der erste Film aufhörte. Unser Quartett ist wegen seiner kriminellen Eskapaden auf einer skandinavischen Gefängnisinsel interniert und darf dort nur leichte Unterhaltungsmusik spielen – bis eines Tages der schmierige Manager Fisto (Anatole Taubman) dort aufkreuzt und ihnen in Aussicht stellt, für eine Gage von 50.000 Euro beim legendären Wacken Festival aufzutreten. Das Geld kann das Quartett gut gebrauchen, weil die Rentierschlachterei in der finnischen Heimat vor der Pleite steht. Einziges Problem: Die Jungs von „Impaled Rektum“ sitzen ja hinter Gittern.

Wie schon im ersten Film setzen Laatio und Vidgren auf die Erzählstruktur des Roadmovies, um ihre Gags aufzufädeln. Die Musiker brechen also aus dem Gefängnis aus und versuchen, irgendwie nach Deutschland zu kommen, während sie von einer wildgewordenen Gefängnisaufseherin (Helén Vikstvedt) verfolgt werden.
Dabei laufen sie den hochverehrten Schockrockern von „Blutmotor“ über den Weg, deren Leadsänger eine so tiefe Stimme hat, dass sie kein Mensch verstehen kann. Das ist sehr lustig und gehört zu den besseren Einfällen im Pointengewitter, in dem auch brennende Gitarren, Lederhosen und Fäkalien nicht fehlen dürfen. Was für Fans und alle, die’s klamaukig mögen.
Komödie, Finnland 2024, 96 min., von Juuso Laatio und Jukka Vidgren, mit Anatole Taubman, David Bredin



