Fing es an, als sie den flügge gewordenen Sohn am Flughafen zum Studium in Tokio verabschiedeten oder schon viel früher? In der Filmkomödie „Adieu Chérie - Trennung auf Französisch“ freut sich Alain (Franck Dubosc) zunächst, endlich ein ungezwungeneres Eheleben führen zu können. Doch die traute Zweisamkeit will sich nicht recht einstellen, Diane (Karin Viard) hat so ihre Zweifel. Ist es nur Routine oder doch Langeweile, die sich nach 30 gemeinsamen Jahren eingeschlichen hat? Und liegt die empfundene Leere am Gegenüber oder doch eher an ihr selbst?
Peinliche Situationen und schmerzhafte Viagra-Überdosis
Denn Alain ist eigentlich ein Traummann: charmant und liebevoll, ein erfolgreicher Konzertpianist und mit Ende 50 besser in Schuss als manch Jüngerer. Bei der Arbeit in der Lifestyle-Redaktion kommt sich Diane vor, als gehöre sie längst zum alten Eisen.
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Als ihr aber eine Affäre mit dem deutlich jüngeren Boss Stéphane (Tom Leeb) angedichtet wird, ist sie schlagartig gefragt, wird wieder zu Partys eingeladen. Alain allerdings nimmt das angebliche Techtelmechtel für bare Münze und packt seinen Koffer. Und so versuchen sie getrennt voneinander in der Mitte des Lebens noch mal einen Neuanfang. Dabei stolpern sie in so manch peinliche Situation, von missglückten Dates bis zur schmerzhaften Viagra-Überdosis, bis sie herausfinden, was sie beide eigentlich wollen.
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Regisseur Philippe Levèbvre macht daraus, auch dank einer gut aufgelegten Besetzung, eine bittersüße, turbulent-leichte Komödie über das Auf und Ab langer Beziehungen, das Älterwerden als Großstadtsingle und der Gelassenheit, die es dafür braucht, um nicht ganz durchzudrehen.
Trotz mancher Klischees, Vorhersehbarem und eines bisweilen etwas zotigem Humors gelingen dabei auch einige überraschend berührende Momente.
Komödie, Frankreich 2023, 100 min., von Philippe Lefebvre, mit Franck Dubosc, Karin Viard


