Das Intro von „Halt mich“ erklingt – und Sarah Connor macht es sehr spannend. Ein weißer Vorhang mit ihrem bunten Konterfei verdeckt die Bühne mit dem Popstar und ihren Musikern, während viele Zuschauer ihre Smartphones bereithalten, um den Moment einzufangen, wenn der Riesenlappen fällt. Und dann steht sie da mit Hut und wehendem Blondhaar, kurzen Jeans und weitem, weißen Oberteil. Singt mit dieser Ausnahmestimme, die sowohl Powerballade als auch die ganz leisen Momente kann. Das letzte Tageslicht verzieht sich. Derweil flammen die Handylampen auf, und erfüllt von Sarah Connors melodischen Songs entfaltet die Waldbühne ihre ganz eigene Magie.

Donnerstag

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Während die letzten Töne der Band verklingen, begrüßt Sarah Connor ihre Stadt: „Guten Abend Berlin! Ich bin überwältigt. In den ersten anderthalb Minuten dachte ich nur, atmen, atmen, atmen. Es ist ja nicht so, dass ich das zum ersten Mal mache. Aber es ist einfach das Krasseste, hier in der Waldbühne zu stehen.“ Die sie übrigens zum zweiten Mal ausverkauft hat. Deshalb überlegt sie laut, ob sie nicht jedes Jahr ein Sommerkonzert in der stimmungsvollen Open-Air-Arena geben sollte. Wofür sie jubelnde Zustimmung vom Publikum erhält. Heimspiel für die Wahl-Berlinerin aus Delmenhorst.

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Sarah Connor in der Berliner Waldbühne: Anweisungen ihres Physioteams gekonnt ignoriert

Sarah Connor live auf "Sommer Open Air 2023"-Tour in der Waldbühne.
Sarah Connor live auf "Sommer Open Air 2023"-Tour in der Waldbühne.© picture alliance / PIC ONE | Ben Kriemann | Unbekannt

Dabei ist es das vierte Jahr, in dem sie mit ihrem 2019er-Album „Herz Kraft Werke“ tourt. Es sei ja eigentlich Zeit für was Neues, findet sie. Und fügt hinzu: „Aber ihr lasst mich ja nicht!“ Schließlich stehe sie momentan fast jeden zweiten Abend auf der Konzertbühne, weil die Nachfrage so groß sei. Und das, obwohl sie die ersten Monate des Jahres pausieren musste, weil sie ihr Knie bei Skifahren zerlegt hat, wie sie erzählt. Neben ihrer kompletten Familie und gefühlt allen, die sie kennt, ist auch ihr gesamtes Physioteam unter den Zuschauern. Vorab gab es von ihnen die Anweisung: bloß nicht drehen oder springen. Was Sarah Connor irgendwie von Sekunde eins an nicht wirklich gelingt. Sie ahnt, dass ihr hinterher eine Standpauke droht.

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Vorher sorgt sie aber für eine ordentliche Party. Schon anfangs, als sie „Deutsches Liebeslied“ singt, heizt sie ordentlich ein. Erst ruft sie: „Jetzt die Mädels“. Und lässt die Frauen den Refrain singen. Dann heißt es: „Jetzt die Jungs.“ Zu hören ist kaum mehr als ein leises Wispern. „Jungs, wo seid ihr?“, hakt Sarah Connor nach. Nichts. Also macht sie selbst richtig Krach und rockt los mit „Paradise City“ von Guns n’ Roses. Danach steht die Waldbühne Kopf und die Jungs sind dabei die lautesten. Geht doch.

Damit ist das Eis endgültig gebrochen. Ab sofort wird gefeiert, während Sarah Connor mit ihrer fabelhaften sechsköpfigen Band sowie ihren Backgroundsängerinnen und -sängern einen grandiosen Auftritt hinlegt. Getragen von rockigen Gitarrenlicks und groovenden Beats performt sie mit ihrer souligen Stimme Hits wie „Vincent“, „Bye Bye“ und „Unendlich“. Die Zuschauer lassen sich auch vom einsetzenden Regen nicht abhalten, textsicher mitzusingen. Am Ende sind alle happy und freuen sich schon auf das nächste Konzert mit Sarah Connor.

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