Es ist eine wirklich schöne Idee, dass die Filme der diesjährigen Retrospektive „Coming of Age at the Movies“ einmal von Filmemachern ausgewählt wurden – die denn auch „ihren“ Film präsentieren. Gleich zum Start der Retro am Freitagabend in der Akademie der Künste im Hanseatenweg gab es mit „Rebel Without a Cause“ (… denn sie wissen nicht, was sie tun, 1955) von Nicholas Ray nicht nur den „Daddy“ all dieser Filme, wie Rainer Rother, der Leiter der Sektion das nannte. Obendrein als Weltpremiere der frisch restaurierten 4-K-Fassung.

Donnerstag

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Nein, vorgestellt wurde der Film von Wim Wenders. Und das war eine Herzenssache. Denn Wenders hat zwei Mal mit Nicholas Ray gearbeitet. Er hat ihn als Schauspieler in seinem Thriller „Der amerikanische Freund“ (1977) besetzt und den Sterbeprozess des todkranken Ray 1980 dokumentarisch festgehalten in „Nick’s Film - Lightning over Water“ – und dafür die Dreharbeiten seines ersten US-Films „Hammett“ unterbrochen. Der Abend in der Retro ist nun eine weitere Hommage an den Freund.

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Der Daddy aller Coming-of-Age-Filme: „Rebel Without a Cause“ (… denn sie wissen nicht, was sie tun) mit Natalie Wood und James Dean.
Der Daddy aller Coming-of-Age-Filme: „Rebel Without a Cause“ (… denn sie wissen nicht, was sie tun) mit Natalie Wood und James Dean.© Picture Alliance/ | United Archives/Impress

Und in seiner unnachahmlich klugen und gleichzeitig unterhaltsamen Art führt Wenders in das Werk ein. Erinnert daran, dass Ray selbst ein Rebell war, der sich am Ende mit Hollywood überworfen hat. Und dass er auf die Idee zu seinem Klassiker durch ein Buch kam. Aber kein Roman. Sondern eine soziologische Studie über Jugendprobleme.

Selten diente eine solche Studie als Vorlage für einen Spielfilm. Ray traf damit einen Nerv , weil Mitte der 50-er eine neue Jugendkultur aufkam, mit der Beatgeneration und dann auch dem Rock’n’Roll. Und James Dean wurde als „Rebel“ zum Jugendidol, was sein tragisch früher Tod nur verstärkte.

„Achten Sie nicht auf James Dean, achten Sie auf Dennis Hopper“

Wenders hat Ray einst gefragt, wie es war, mit Dean zu drehen. Der meinte nur trocken: „Ich habe ihm das Gehen beigebracht.“ Und wirklich war dies auch die Geburt eines neuen, physischen Schauspiels. Wenders hat auch Dennis Hopper, der eine Nebenrolle im Klassiker spielt und mit dem Wenders später gedreht hat, diese Frage gestellt.

Der antwortete ausführlicher: Er habe beim Dreh seine Augen nicht von James Dean lassen können, um ihm bei seinem Spiel zuzuschauen. Wenn Sie es schaffen, von James Dean wegzuschauen, so rät Wenders dem Publikum, dann achten Sie auf Hopper. Und das ist genau die Idee dieser Retro: einen bekannten Film mal ganz anders zu sehen.

Noch einmal am 26.2., 13.30 Uhr, Cubix 3

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