• Frank Schätzings "Der Schwarm" war vor 20 Jahren ein gefeierter Bestseller
  • Nun wurde "Der Schwarm" als Serie verfilmt und bereits in Teilen auf der Berlinale 2023 gezeigt
  • Unseren Autoren konnte die vorab in der ZDF-Mediathek veröffentlichte Serie keinesfalls begeistern

Das hat sich das ZDF so schön ausgemalt. Die Prestigeproduktion „Der Schwarm“ nach Frank Schätzings gleichnamigem Weltbestseller, mit 40 Millionen Euro eine der teuersten deutschen Serien, wird ab 6. März gesendet und ist bereits ab 22. Februar in der hauseigenen Mediathek abrufbar. Lesen Sie hier: "Der Schwarm": Biologin erklärt, was an der Serie stimmt - und was nicht

Donnerstag

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Drei Tage zuvor aber durfte sie auch noch Premiere auf der Berlinale feiern, als Eröffnung der Sektion Berlinale Series, die in diesem Jahr aufgewertet wird durch den ersten Berlinale Series Award. Und dann spielt auch noch Leonie Benesch eine Hauptrolle, die am 20. Februar als eine der European Shooting Stars der Berlinale ausgezeichnet wird. Mehr Werbung und Aufmerksamkeit geht eigentlich nicht. Auch interessant: "Katastrophe" - Klaas Heufer-Umlauf erklärt sein Trauma

"Der Schwarm": Frank Schätzing rüffelt die Verfilmung öffentlich

Aber dann hat ausgerechnet einer der Köche die Suppe versalzen. Nämlich Schätzing höchstselbst, der sich pünktlich zum Berlinale-Beginn am vergangenen Donnerstag im Wochenmagazin „Die Zeit“ kritisch über die Serie geäußert und sich klar davon distanziert hat. Der Erfolgsautor bezeichnet die Adaption seines Werkes als „zusammengeschusterten Unsinn ohne aktuelle Relevanz“. Manches sei kinoreif, vieles aber eher rühr- und redselig. Dann verglich er sogar ZDF-intern: „Es pilchert mehr, als es schwärmt“.

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Erfolgsautor Frank Schätzing distanzierte sich öffentlich von der Serienadaption seines Weltbestsellers.
Erfolgsautor Frank Schätzing distanzierte sich öffentlich von der Serienadaption seines Weltbestsellers. © dpa | Federico Gambarini

Und dann kritisierte der Autor auch noch den Serienmacher persönlich, Frank Doelger, der immerhin die Erfolgsserie „Game of Thrones“, noch so eine gigantische Bestselleradaption, mitverantwortete. Mit ihm hat sich der Autor aber überworfen: „Wir waren schlicht kein Team mehr.“ Das ZDF verteidigte seine „sehr gelungene und zeitgemäße Adaption“ und ruderte zurück, Schätzing „konnte am Ende wohl nicht loslassen“. Aber der Schaden ist da: Bevor die Serie startet, reden alle nur über den Streit darüber.

Mehr Schmarr’n als „Schwarm“: Auf Europuddingniveau wie vor 20 Jahren

Auf der Berlinale waren nur die ersten drei Folgen zu sehen. Die beginnen wie ein typischer Katastrophenfilm, die viele verschiedene Figuren aus allen Teilen der Welt vorstellt, verkörpert von Stars wie Cécile de France und Barbara Sukowa, die alle wissenschaftlich arbeiten, und es mit Phänomen zu tun bekommen, die sie sich nicht erklären können. Die Effekte sind allerdings herzlich schlecht. Und die Schauspieler werden mit ihren mageren Dialogen ziemlich allein gelassen.

Auch bei den weiteren fünf Folgen wird es leider nicht besser. Längst haben Serien, nicht zuletzt dank „Game of Thrones“, neue Qualitäten erreicht. Diese Adaption dagegen ist auf einem Europudding-TV-Niveau wie vor 20 Jahren, als Schätzing sein Buch geschrieben hat. Mehr Schmarr’n als „Schwarm“. Nein, von dieser Serie kann man leider nicht schwärmen.

Noch einmal am 20.2., 13 Uhr, Cubix 5. Im ZDF ab 6. März, auf der Mediathek ab 22. Februar.