„Wenn du weinst, geh im Dunkeln tanzen“, dröhnt es aus dem Rekorder, als vier Oberschülerinnen im Bikini des Nachts im Schwimmbad eine Privatparty feiern. Da sind sie ganz bei sich. In der Kleinstadt bei Tokio. Ein Taifun kommt auf, aber egal, viel schlimmer ist es, dass der Spanner Akira (Toshiyuki Matsunaga) sie in diesem intimen Moment beobachtet hat, wofür er ordentlich büßen muss.
„Typhoon Club“: Teenager lassen sich treiben
Shinji Somais restaurierter „Typhoon Club“ von 1985 ist eine Entdeckung unter den Coming-of-Age-Filmen, weil er sinnfällig die Natur und dabei vor allem das Wasser als Sinnbild für das jugendliche Dasein zeigt. Alles schwebt, alles fließt. Dementsprechend gibt es keine Identifikationsfigur, sondern die uniformierten Neuntklässler – heißen sie nun Mikami, Michiko oder Rie – lassen sich treiben.
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Was ist schon Zeit, was die bevorstehenden Prüfungen, was der Satz des Pythagoras? Sie wissen nur, was sie nicht wollen: ein unzuverlässiger Mensch wie ihr Lehrer Herr Umemiya (Tomokazu Miura) werden, dessen ungeklärte Familienverhältnisse sogar in Form einer polternden älteren Dame ins Klassenzimmer stürmen.
„Typhoon Club“: Lesbische Liebesspiele
So schließen sie sich auch gegen seinen Rat in der Schule ein, als der Taifun ausbricht, der ja nur ein heftiger Ausdruck der unterdrückten Gefühle einer verunsicherten Generation ist, die sich nach Freiheit sehnt, aber den Weg dorthin noch sucht.
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Somai beobachtet diese irisierenden Bewegungen, die von lesbischen Liebesspielen über eine angedeutete Vergewaltigung bis hin zur Flucht nach Tokio alle Formen jugendlichen Drangs widerspiegelt, oft distanziert mit viel Respekt.
Bis hin zur zentralen Szene, wenn die Teenager nackt im Regen tanzen. Und aus dem Rekorder dröhnt: „Dieses Mal hebst du ab, aber du wirst frei.“
Drama Japan 1985, 115 min., von Shinji Sōmai, mit Yuichi Mikami, Youki Kudoh


