Verführerisch leuchtet die Morgensonne über den Baumkronen. Muss halt alles schön aussehen, hier im Niederbayern der 1930er-Jahre. Und wenn so etwas Schmutziges passiert wie ein Mord an vier Jugendlichen, dann lässt man das halt im Dorf und meldet es nicht nach München.
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„Ich will keine Nazis hier“, sagt dann der Hartl (Christian Swoboda), der Bürgermeister, und so lässt man im Gemeinderat bei Speck und Bier lieber die Version gelten, dass ein Wolf die vier Jugendlichen gerissen hat.
„Hundswut“: Von Werwölfen und Nazis
Zu dumm nur, dass nicht nur der zugereiste Lehrer Konrad Zankl (Heio von Stetten) diese Version nicht glaubt. Guat, wie wäre es dann mit einem Werwolf, der den merkwürdigen Einsiedler Joseph Köhler (Markus Brandl) besessen hat? „Der ist mit dem Deibi im Bund“, weiß ja schon der Jäger Edi, und dass man den Köhler bei einer Treibjagd blutüberströmt neben einer weiteren Leiche findet, spricht nicht für ihn.
Schnell wird ihm mit kirchlichem Beistand der Prozess gemacht, obwohl er vehement die Tat bestreitet. „Das sind Nazi- methoden“, schilt der Lehrer, und die Klatschweiber rund um die Wirtsfrau Mine (Christine Neubauer) greifen zum letzten Mittel.
„Hundswut“: Gnadenlos wie ein antikes Drama
Eine Hexenjagd, versteckte Schwangerschaften, verbotene Liebschaften und Gerüchte, die auf den Scheiterhaufen führen. „Hundswut“ führt mit der Gnadenlosigkeit eines antiken Dramas in die Katastrophe.
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Mit bayerischem Dialekt und knorrigen Typen, die bald selbst am Wahn dieser Hetzjagd leiden, führt Daniel Alvarenga in der sehenswerten Low-Budget-Produktion tief in die Brutalität der Provinz. Mit deren Ausgrenzung alles Fremden dräut da schon das Grauen der Naziherrschaft am Himmel.
Drama D 2024, 129 min., von Daniel Alvarenga, mit Christian Tramitz, Christine Neubauer, Markus Brandl. Heio von Stetten


