Vielleicht sollte man diesen Film einfach als übermütig bezeichnen. Geht es doch in „Die Dschungelhelden auf Weltreise“ nicht nur um die Rettung des Urwalds, weil ein Schurke per Flugzeug ein rosa Pulver über das grüne Areal verstreut hat, das in Verbindung mit Wasser Explosionen auslöst. Eine Katastrophe angesichts der Regenzeit in einem Monat und Anlass einer Jagd gegen die Zeit nach einem Gegenmittel!
Einmal um die ganze Welt, um an das Gegengift zu kommen
Nein, das französische Regie-Trio, das in der Fortsetzung des Animationsspaßes „Die Dschungelhelden – Das große Kinoabenteuer“ von 2017 wieder eine Horde spleeniger Fantasietiere mit der Rettung der Welt beauftragt, begnügt sich nicht damit, den klugen Koboldaffen Grummel, den hungrigen Gorilla Harry oder die kesse Fledermausdame Flederike vom Dschungel über den Nordpol auf eine Eisscholle übers Meer in die Wüste bis tief hinein in den Erdkern zum Gürteltier Albert zu führen, das als einziger das Gegengift brauen kann.
Nein, es gibt auch noch eine romantische Liebesgeschichte zwischen dem Tigerstreifen-Pinguin Maurice und Alberts Tochter Camelia. Es gibt einen Kampf mit einem Kung-Fu-Panda-Roboter. Und eine handfeste Kapitalismus-Kritik, wenn sich der Bösewicht als Herr über ein Heer von Biber-Sklaven entpuppt, der mit seinen Weltzerstörungsvisionen sogar für einen James-Bond-Film taugt.
Kenner von Teil Eins sind im Vorteil, der Rest hetzt hinterher
Zu schade, dass diese Querverweise – zu denen mit dem bedrohten Dschungel auch der Klimawandel gehört – per Parforceritt niedergetrampelt werden. Dabei sind Kenner des ersten Teils bzw. der zugrundeliegenden TV-Serie im Vorteil. Ihnen sind die skurrilen Figuren – vom aus dem Glas springenden Tigerfisch bis zu den mauligen Kröten Al & Bob – vertraut. Der Rest hetzt hinterher.
Animation, Frankreich 2023, 89 min., von Laurent Bru, Yannick Moulin und Benoit Somville


