Matthias Glasner kann es gar nicht fassen. Bevor er am Abend einen Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhält, hat er am Nachmittag bereits den Leserpreis der Berliner Morgenpost gewonnen. Und ringt sichtlich um Atem. Er konnte es schon gar nicht glauben, als sein dreistündiger Film „Sterben“ für den Wettbewerb eingeladen wurde und dann in der riesigen Verti Music Hall gezeigt wurde. „Der Saal war voller Menschen, ich glaubte, das sei ein Missverständnis und die werden alle nach zehn Minuten gehen, wie er gesteht. Aber nein. Sie sind geblieben. Sie haben ihn gefeiert.
„Ich habe mit diesem Film mein Herz geöffnet, meint der Regisseur, dessen letzter Kinofilm zehn Jahre her ist. „Sterben“ ist sein persönlichster Film. Er hat dafür alles in die Waagschale gegeben. „Aber ich habe gelernt: Wenn man sein Herz öffnet, tun das andere vielleicht auch.“ Haben sie: Die zwölf Geschworenen der Berliner Morgenpost haben sich für diesen Film entschieden. Und da muss Glasner noch einmal ringen: Weil dies eben keine Fachjury ist, sondern ganz normale Kinogänger. Ein Zeichen, dass sein Film, der am 25. April in die Kinos kommt, auch dort funktionieren wird.




