Die Geschichte ist fast zu schön, um wahr zu sein. Aber trotzdem echt. Dani Levy konnte mit Marc-Uwe Klings „Känguru-Chroniken“ erst nichts anfangen. Aber seine beiden Kinder konnten nicht genug davon kriegen. „Nicht als Buch, zum Lesen waren sie zu faul.“ Aber die Hörbücher haben sie wieder und wieder gehört, in voller Lautstärke.
Erst war er skeptisch, dann vom Känguru-Virus infiziert
Aber dann kam die Anfrage, das Kultbuch zu verfilmen. Die Kinder fanden das klasse, dass der Papa mal „einen vernünftigen Film“ dreht. Und auch Levy war schließlich vom Känguru-Virus infiziert. „Die Känguruh-Chroniken“ liefen vor vier Jahren im Kino. Am gestrigen Dienstag zeigte ihn der Filmregisseur nun noch einmal in der Filmreihe „Hauptrolle Berlin“, die die Berliner Morgenpost gemeinsam mit dem Zoo Palast ausrichtet.
Und da erzählte er gut gelaunt und anekdotenreich, wie Kling und er zusammen das Drebhuch ausgebrütet hatten. Eine ideale Ehe sei das gewesen, meint Levi. Wirklich?, haken wir nach. Sind Autoren nicht berüchtigt dafür, dass sie ihr Werk nur ungern aus der Hand geben und immer schauen, dass alles nach ihrem Willen geht? „Es war wie in einer klassischen Ehe“, korrigiert Levi gewitzt. „Mit viel Verständnis, aber immer weniger Sex.“ Aber so wie Klings Alter Ego Marc-Uwe in den Büchern und im Film mit dem von ihm kreierten Beuteltier ringt, so sei es dann noch nicht gewesen.
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Und beide, Regisseur wie Autor, waren von Anfang an überzeugt, dass der Film nicht einfach eine Aneinanderreihung von Sketchen sein konnte, wie Kling sie mit seinem Känguru im Mehringhoftheater gegeben hat. Sie erfanden eine Dramaturgie mit gleich mehreren brenzligen Themen, die Berlin noch immer unter den Nägeln brennt: Gentrifizierung, Rechtspopulismus – und das Politikum Görlitzer Park. „Der Film hat unsere Zeit vorausgedacht“, ist Levy überzeugt.
Das Beuteltier, von Corona gebeutelt
Nur an eins hatte niemand gedacht: dass neun Tage nach Filmstart im März 2020 die Kinos wegen Corona schließen mussten „Die Känguru Chroniken“ hatten bis dahin sensationellen Zulauf. Levy ist dann mit dem Film durch Autokinos geoturt. „Und es hätte auch schlimmer kommen können“, meint er heute. Wenn er eine oder zwei Wochen später hätte laufen sollen. Aber es wäre sonst mit Sicherheit sein erfolgreichster Film geworden. Umso mehr freut sich Levy, ihn nun noch einmal im Zoo Palast zu sehen.
Als nächstes läuft in der Filmreihe am 5. März der Liebesfilm mit dem programmatischen Titel „Liebesfilm“. Zu Gast sind dann Regisseur Robert Bohrer und Drehbuchautorin und Drehbuchautorin Emma Rosa Simon.



