Wer Kinder hat, weiß, wie anstrengend lange Reisen werden können. Einerseits sind Eltern dankbar für jegliche Ablenkung – lernen aber gerade auf Autofahrten so manche Lieder und Hörspiele zwangsläufig auswendig. Auch Sänger und Musikproduzent Peter Maffay (74) ist da keine Ausnahme. Seine Tochter Anouk ist fünf Jahre alt, „und so sehr ich meinen Freund Rolf Zuckowski und seine ‚Weihnachtsbäckerei‘ schätze – irgendwann konnte ich seine Lieder nicht mehr hören“, bekannte Maffay am Sonnabend bei einem Besuch im KaDeWe.

Anlass des Starbesuchs in der Spielzeugabteilung des Luxuskaufhauses war die Vorstellung eines Hörspiel-Kopfhörers, der eine Lösung verspricht – für Kinder und Eltern. „Kekz“, ein Start-up aus München, brachte vor zwei Jahren gemeinsam mit Maffay einen simpel zu bedienendes Hörspiel-System für Kinder zwischen drei und sieben Jahren heraus. Ein bunter Chip wird auf ein Magnetfeld in den Kopfhörer gelegt, ein Fingerdruck – schon startet eines von inzwischen rund 100 Hörspielen. Dabei sind selbst produzierte Stücke, aber auch bekannte Disney- und andere Geschichten. Natürlich ist auch Drache Tabaluga dabei, die Märchenfigur, die Maffay einst gemeinsam mit Kinderliedermacher Rolf Zuckowski erfand.

Unterhaltung für Kinder – aber ohne Handy

Die Idee dazu sei aus dem eigenen Erleben entstanden, bekannten auch beiden „Kekz“-Gründer Carl Taylor und Adin Mumma. Sie beide hätten jeweils drei Kinder im Zielgruppenalter und seien bestens vertraut mit dem Ohrwurm-„Terror“ von der Autorückbank. „Wir hatten nach einer sicheren und sinnvollen Lösung gesucht, die die Kinder pädagogisch gut unterhält - aber ohne Handys und Bildschirme, mit denen Eltern ihren Nachwuchs oft ruhig stellen“, so Taylor.

Taylor kommt aus der Musikbranche, Mumma ist Designer. Der Kontakt zu Peter Maffay existierte bereits, „Carl ist der Sohn des Bassisten in meiner Band, ich kenne ihn, seit er ein Kind war“, berichtete Maffay. Er selbst wiederum engagiert sich unter anderem seit langem für Kinder, sowohl, was die Unterhaltung betrifft, als auch in Sachen soziale Hilfen. Inzwischen gehört Maffay zu den Gesellschaftern des aufstrebenden Start-ups.

Wie die Kekz-Kopfhörer (Preis: ca. 70 Euro plus ca. 12 Euro je Hörspiel) genau funktionieren, lässt sich in der Spielzeugabteilung des KaDeWe nun selbst testen. Übrigens direkt neben der Abteilung der „Toniebox“, die sich in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Die Box lässt sich auch laut hören, die Kekz-Kopfhörer dagegen nicht. Garantiert nicht, wie die Macher lachend versichern.