Schon während die Sängerin Pink in einem glitzerndem Body auf die Bühne des Olympiastadions turnt, ist klar: Die Pop- und Rockikone hat im Laufe der letzten 20 Jahren nicht im geringsten nachgelassen, sondern eher noch draufgelegt. An Energie, Show und Musik. Was bleibt da noch anderes übrig als zu sagen: „Get the Party started?“ Ein Auftaktsong, der in Kombination mit dem blinkenden, zur Tour passenden Schriftzug “Summer Carnival” alles hat, was es eben braucht, um das gesamte Olympiastadion bei ihrem Konzert am Mittwochabend zum Feiern zu bringen. Darin ist Pink schließlich eine der ganz Großen. Mit über 40 Millionen verkauften Alben und mehr als 70 Millionen verkauften Singles zählt die 43 Jahre alte Pop - und Rocksängerin zu den erfolgreichsten Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart.
Pink im Berliner Olympiastadion: „Ich bin so verdammt glücklich hier zu sein“

Dass die US-amerikanische Sängerin aber nicht nur auf ihren Platten, sondern vor allem auch live eine Mega-Performance hinlegt, zeigt sich sofort, als sie mit überzeugender Stimmgewalt anfängt, die erste Strophe von „Raise your Glass“ zu singen. Während Pink dazu in einem Plastik-Flamingo über die Bühne fährt, stimmt nahezu das ganze Olympiastadion in den Refrain „So raise your glass if you are wrong / In all the right ways / All my underdogs“ ein. Pinks darauffolgende Aussage „Ich bin so verdammt glücklich hier zu sein“ sorgt natürlich bei allen für noch mehr Euphorie.
Die scheint auch auf der Bühne ihre Wirkung zu zeigen: Während „Just like a pill“ weiß man bei den turnenden Artisten, bunt blinkenden Pillen im Bühnenbild und der Powerfrau selbst gar nicht mehr, wo man eigentlich hingucken soll.
Pink legt während der Show Seil-Performance ein

Doch als Pink dann schließlich in drei Meter Höhe eine beeindruckende Seil-Performance hinlegt, muss man darüber nicht mehr lange nachdenken. Scheinbar völlig problemlos singt der Star während der grazilen Bewegungen in beeindruckenden Tonhöhen den Refrain von „Turbulence“. Wenn der „Guardian“ die Show von Pink also als „bombastisch“ beschreibt, wie es vor ein paar Tagen der Fall war, ist das nicht nur berechtigt, sondern quasi obligatorisch.

Donnerstag
Der Wochenend-Newsletter der Berliner Morgenpost
Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter mit Tipps zum Wochenende in Berlin
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Doch die Powerfrau kann nicht nur laut und rockig, sondern wie sich am Mittwoch zeigt, hat Pink sich auch inhaltlich entwickelt: Während die früheren Disco-Songs Pinks wilde Drogen-Teenager-Zeit wiederspiegelt und sich alles um Party, Party, Party dreht, wird die inzwischen zweifache Mutter in Songs wie „Kids in Love“ und „When I get there“ von ihrem neuesten Album „Trustfall“ nostalgisch und gefühlvoll. Das Publikum schunkelt im Takt und schwingt dazu die Taschenlampen.
Pinks Tochter Willow kommt überraschend auf die Bühne

Als wäre das nicht schon genug, kommt ihre Tochter Willow Sage Hart auf die Bühne gelaufen und singt mit herzerwärmender Stimme „Cover me in sunshine“ mit ihrer Mutter zusammen. Das Publikum tobt und beklatscht das junge Mädchen in ohrenbetäubender Lautstärke. Die strahlt zwar über das ganze Gesicht, aber als Pink versucht, ihrer Tochter einen Kuss zu geben, scheint der das offensichtlich peinlich zu sein, und sie läuft schnell wieder von der Bühne.
Ihre Mutter lacht darüber nur und bevor sie mit ihrer bunten, schrillen Show weitermacht, verkündet sie vor Freude strahlend: „Berlin ist einer meiner Lieblingsorte auf der ganzen Welt“. Damit haben sie ihre Berliner Fans dann wohl endgültig ins Herz geschlossen. Wie zum Liebesbeweis geben die beim letzten Song „So What“ dann noch einmal alles und feuern ihren Star an. Denn der fliegt plötzlich an einem Seil durch das ganze Olympiastadion, macht dabei Saltos und wirbelt durch Konfetti. Ein Auftritt, der sogar sogar die Helene Fischer-Show wie eine Perfomance der B-Klasse erscheinen lässt.
Pink im Berliner Olympiastadion – das ist die Setlist:

Erster Teil:
- Get the Party Started
- Raise Your Glass
- Who Knew
- Just Like a Pill
- Try
- What About Us
Zweiter Teil:
- Turbulence
- Make You Feel My Love (Bob Dylan Cover)
- Just Give Me a Reason
- F**kin’ Perfect
- Just Like Fire
Dritter Teil:
- Please Don’t Leave Me
- Cover Me in Sunshine (mit Tochter Willow Sage Hart)
- Kids in Love
- When I Get There
- I Am Here
- Irrelevant
Vierter Teil:
- No Ordinary Love
- Runaway
- TRUSTFALL
- Blow Me (One Last Kiss)
- Never Gonna Not Dance Again
Zugabe:
- Last Call
- So What




