Nina Chuba hat ihn ihr Wohnzimmer geladen – und begrüßt ihre 3500 Gäste gleich mit einem exotischen Schmankerl: „Mangos mit Chili“. Die Energie im Saal ist bereits zu diesem Zeitpunkt überbordend. Die zuvor teilweise um Häuserecken stehenden Schlangen von meist jungen Erwachsenen und Teenagern bilden in der Halle nun eine immer dichtere Menschentraube.

Sie alle sind gekommen, um die 24-Jährige Chuba, die bürgerlich Nina Kaiser heißt, bei ihrem Heimspiel zu sehen. Zwar wuchs Chuba in Wedel bei Hamburg auf. Doch ihre neue Hood, so würden es hier sicher die meisten ihrer Fans ausdrücken, ist inzwischen der Prenzlauer Berg. Die ortsansässige Max-Schmeling-Halle wird Chuba erst auf ihrer Tour im kommenden Jahr füllen, so der Plan. Am heutigen Mittwochabend bespielt sie die ausverkaufte Columbiahalle.

Nina Chuba versetzte ihr Publikum in der Columbiahalle in Begeisterung.
Nina Chuba versetzte ihr Publikum in der Columbiahalle in Begeisterung.© Jakob Marwein

Vom Kinderstar zur Rapperin: Nina Chuba ist auch musikalisch vielseitig

Allein Chubas Bühnenpräsenz erleuchtet den Raum. Kein Wunder: Die Musikerin drehte bereits im Kindesalter für die beliebte Kinderserie „Die Pfefferkörner“. Die ersten Songs wie „Solo“ oder „Tracksuit Velours“ laden die Menge zum Grooven ein. Der Bass hallt äußerst wuchtig durch den Saal, das Publikum schwingt und singt ihre Hits mit.

Nach einem partylastigen Auftakt geht es etwas ruhiger weiter. Chuba, die ein weißes Crop Top und eine Art Weiße Fallschirmhose trägt, setzt sich nun auch selbst ans Keyboard und singt mit dem Titelsong ihres gleichnamigen Debütalbums „Glas“ eine Ballade.

Musikalisch will sich Chuba selbst ohnehin nicht in eine Schublade stecken lassen. „Ich würde sagen, ich tanze ganz locker am Rande der Hip-Hop-Welt herum und hüpfe auch mal rüber zum Pop, oder was auch immer“, sagte sie kürzlich in einem Interview mit dem Playboy. An diesem Abend erklingen Melodien aus Rap, Pop und Soul und Funk.

Nina Chuba überrascht in Berlin mit unveröffentlichtem Material

Chuba ist mit ihren 24 Jahren nicht die Pionierin, aber doch ein bedeutender Teil einer Bewegung, die es aktuell im deutschsprachigen Rap gibt. Immer mehr talentierte weibliche Vertreterinnen der Hip-Hop-Kultur greifen zum Mikrofon – ob nun Badmomzjay, Shirin David oder Juju, um nur einige zu nennen.

Kurz bevor das Konzert nach einer Stunde endet, serviert Chuba selbstverständlich „Wildberry Lillet“, ihren bisher größten Hit, mit dem sie im Sommer 2022 vier Wochen lang auf Platz eins der deutschen Charts stand. Das Publikum saugt jede Zeile auf und spendet am Ende frenetischen Applaus.

Chuba kommt anschließend doch noch einmal auf die Bühne. Als letzten Aufschlag hat sie „Waldbrand“, einen bisher noch nicht veröffentlichten Song im Gepäck. Ein Appetizer als Dessert.