Humboldt Forum

Die Relieftafeln hängen am Humboldt Forum

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Fachleute montieren die Relieftafeln am Humboldt Forum.

Fachleute montieren die Relieftafeln am Humboldt Forum.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Die Bronzearbeiten wurden am Donnerstag an der Fassade installiert. Jede ist rund eine Tonne schwer.

Berlin. In den vergangenen beiden Wochen wurden noch letzte Ausbesserungen vorgenommen und die Patinierung gemacht, seit Donnerstag hängen sie nun in den dafür vorgesehenen Aussparungen an Portal 3 des Humboldt Forums: Die Bronzetafeln, 4,15 Meter hoch, 2,55 Meter breit und jede rund eine Tonne schwer, wurden gemäß der Vorgabe der Rekonstruktion der historischen Fassade mit einem Hubkran angebracht.

Die originalen Tafeln, im Krieg zerstört, sind eine Arbeit des Bildhauers Otto Lessing, sie wurden im Jahr 1902 montiert. Sie zeigen Motive aus der Entstehungsgeschichte des Schlosses. Auf der Tafel links vom Portal ist Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg bei der Grundsteinlegung des Schlosses dargestellt. Ende des Jahres werden sie noch durch eine Schlosskartusche aus Kupfer ergänzt – und durch zwei Schrifttafeln. Die Inschrift der linken lautet, aus dem Niederdeutschen in die Gegenwartssprache übersetzt: „Es ist wohl jedermann bekannt, dass wir unser ganzes Leben lang niemals auf Hader oder Krieg bestanden haben und begehren noch heutigen Tages nichts anderes als meine Ehre und Recht.“ Rechts, wo König Friedrich I. von Preußen mit den Baumeistern Andreas Schlüter und Johann Friedrich Eosander bei der Präsentation der Entwürfe für Schloss und Kuppel dargestellt ist, lautet er wie folgt: „Friedrich I. König der Preußen, Kurfürst von Brandenburg 1688-1713. Ich werde mein Königsamt so führen, dass ich weiß, dass es sich um die öffentliche Angelegenheit und nicht um meine Privatangelegenheit handelt.“

Die Debatte um den symbolischen Gehalt der Darstellungen wird dadurch weitere Nahrung erhalten – wie auch die Diskussion um die Spender, die sie finanziert haben. Zuletzt hatte der „Tagesspiegel“ berichtet, die Stiftung Humboldt Forum verlange vom „Förderverein Berliner Schloss e.V. eine Distanzierung „von extremistischen und demokratiefeindlichen Positionen“. Man wolle Zuwendungen in Zukunft nur noch bei voller Transparenz im Hinblick auf die Namen der Spender annehmen.

Im September soll das Humboldt Forum mit der Eröffnung der Ostspange vollständig zugänglich sein.

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( FM )