Konzert

Klaus Hoffmann - Konzert in der Philharmonie

Klaus Hoffmann gab ein Konzert in seiner Heimatstadt. Für diesen Abend hat er viele seiner beliebtesten Hits im Gepäck.

Archivbild

Archivbild

Foto: picture-alliance

Berlin. Klaus Hoffmann ist ist zuhause. Gibt ein Konzert in seiner Heimatstadt. Grüßt daher erst mal zu allen Seiten in der fast ausverkauften Philharmonie, bevor er zum Mikrofon greift und "Das ist der Kreis der Macht" abstimmt. Mit diesen typischen ausgreifenden Bewegungen, die jeden seiner Songs bebildern.

"Es ist schön, dass Sie da sind. Ich erkenne so viele Gesichter hier", sagt er erfreut. Und will nach dem Opener sofort zu den Zugaben kommen. Tatsächlich hat er für diesen Abend viele seiner beliebtesten Hits im Gepäck aus seiner über 40-jährigen Karriere. Vor allem im ersten Teil des Konzerts geht es damit auf eine Zeitreise zurück als Berlin noch geteilt und die Welt eine andere war.

Hoffmann wäre aber nicht dieser wunderbare Künstler, würde er nicht die Songs nicht in eine große persönliche Geschichte einbinden. Dann erzählt von den zahlreichen Liedern, die er über seine Kindheit geschrieben hat. Damals in den Fünfzigern und Sechziger in Charlottenburg. Und singt "König der Kinder". Begleitet von seiner fabelhaften vierköpfigen Band mit vorwiegend akustischen, elegant arrangierten Klängen und meist tanzbaren Rhythmen.
Darüber liegt die warme, stets berührende Stimme Hoffmanns, der auch selbst zur Akustik-Gitarte greift.

Natürlich plaudert der Liedermacher auch launig aus dem familiären Nähkästchen. Von den starken Frauen und schwachen Männern bei den Hoffmanns etwa. Vom früh verstorbenen Vater, der beim unglücklich war in seinem Beruf als Finanzbeamter und so gern seine Leidenschaft als Musiker gelebt hätte. Ihm Klaus eignet Hoffmann das innige "Weil ich du nicht bist wie alle andern" zu.

Spätestens nach dem dritten Song fühlt sich das komplette Publikum zugehörig zu Klaus Hoffmann und seiner Familie. Die meisten Zuschauer sind Wiederholungstäter seinen Konzerten, kennen seine Lieder. Auch die neuen vom gerade im Oktober erschienenen Album "Aquamarin". Wie die leise Ballade "Die Mondin ist ein kälter Stein". Wehmütige Verse über die Einsamkeit zu ebensolchen Pianoläufen.

Ein absoluter Höhepunkt ist Klaus Hoffmanns "Bitte geh nicht fort", die poetische deutsche Version von Jacques Brels weltberühmtem Chanson "Ne me quitte pas". Gefolgt vom mindestens ebenso großartigen "Amsterdam", auch aus der Feder von Brel, dem Hoffmann 1997 bekanntlich ein vielfach preisgekröntes Musical gewidmet hat.

Aber natürlich beherrscht der Sänger auch die Kunst des heiter-optimistischen Liebeslieds. Eines der schönsten ist sicherlich "Ein Leben lang mit dir". Und "Wenn Malene träumt". Beide geschrieben für seine Frau.

Ein grandioser Abend, mit einem sorgsam ausgewählten Querschnitt aus dem gewaltigen kreativen Schaffen des 67-Jährigen mit 30 Studioalben. Das Publikum dankt es ihm mit lang anhaltendem Jubel und Standing Ovations.

Mehr zum Thema:

"Die Zeit gehört den Zärtlichen"

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.