Die Serie „Babylon Berlin“ spielt in der Zwischenkriegszeit, im Jahr 1929. In ihrem Zentrum steht Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch), der von Köln nach Berlin kommt, um die Ermittlungen in einem Erpressungsfall zu übernehmen. Im Berliner Polizeipräsidium, der „Roten Burg“ am Alexanderplatz, lernt er Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) kennen und macht sich zusammen mit seinem Kollegen Bruno Wolter (Peter Kurth) an die Arbeit. Deren ständige Kulisse ist das wilde Berlin der 20er-Jahre mit seiner aufgeheizten politischen Straßenkampfatmosphäre, seinem rauschhaften Nachtleben und seiner Allgegenwart von Kriminalität und Gewalt.

Schon als die Hauptdarsteller der Serie – passenderweise im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz – im Februar 2016 vorgestellt wurden, war klar, dass „Babylon Berlin“ in neue finanzielle Dimensionen vorstoßen würde. Das Budget betrug 40 Millionen Euro für zwei Staffeln à acht Folgen – 2,5 Millionen Euro pro Folge. Zum Vergleich: Eine Folge des sonntäglichen „Tatorts“ schlägt mit durchschnittlich 1,27 Millionen Euro zu Buche. Die „Babylon“-Regisseure Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handloegten, die auch gemeinsam das Drehbuch verfassten, verdeutlichten schon mit den Zahlen ihre Ambitionen, eine Serie zu drehen, die erzählerisch und ausstattungstechnisch mit US-Großprojekten wie „The Sopranos“ oder „Breaking Bad“ mithalten kann.

Möglich wurde dies durch ein Finanzierungskonzept, das für die ARD eine Premiere darstellte – eine Kooperation mit dem Bezahlsender Sky. Der öffentlich-rechtliche Senderverbund stieg mit neun Millionen Euro ein, Sky mit vier Millionen, den Hauptteil trug Tom Tykwers Unternehmen X Filme Creative Pool. Teil der Vereinbarung war, dass die Serie zuerst auf Sky ausgestrahlt werden sollte, wo dies im vergangenen Jahr auch geschah. In der ARD hat die Serie am kommenden Sonntag Premiere. Der sonst für diesen Termin gesetzte, erfolgreiche „Tatort“ wird aber nur einmalig pausieren müssen: Alle weiteren Folgen werden dann donnerstags um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

Hat sich der Aufwand gelohnt? Studiert man die Kritiken zu „Babylon Berlin“, so lassen sich neben viel Lob nur wenige kritische Anmerkungen finden. Die Berliner Morgenpost feierte die Serie als „das Beste, was man hierzulande zu sehen bekommen kann“, während „Spiegel Online“ schrieb, „Babylon Berlin“ schnurre „als Verschwörungsszenario ab wie die besten US-Serien“. Die „Süddeutsche Zeitung“ dagegen monierte, es mangele an Identifikationsfiguren.

Viele Außenszenen entstanden übrigens in der „Neuen Berliner Straße“ in Babelsberg, der 15.000 Quadratmeter großen Kulisse, die dort mit Baubeginn Ende Dezember 2015 errichtet worden ist – als die Finanzierung für „Babylon Berlin“ gesichert war.

Babylon Berlin. ARD, 30.09., 20.15 Uhr.

Mehr zum Thema: