Berliner Grande Dame

Maria Brauner im Alter von 90 Jahren gestorben

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Niklas Cordes
Artur Brauner und Frau Maria

Artur Brauner und Frau Maria

Foto: picture alliance / Eventpress Re/ dpa Picture-Alliance/ Eventpress Rex

Die Grande Dame des Berliner Westens und Ehefrau von Berlins bekanntestem Filmproduzenten starb aus bisher unbekanntem Grund.

Maria Brauner, Ehefrau von Berlins bekanntestem Filmproduzenten, Artur „Atze“ Brauner, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Dies bestätigte am Mittwoch die Jüdische Gemeinde Berlin auf Anfrage. Zu den Umständen des Todes wollte man sich nicht äußern.

Brauner war seit über 60 Jahren für die Wohltätigkeit zugunsten der Gemeinde im Einsatz, über 60 Jahre lang kümmerte sie sich um jüdische Senioren und war zudem Patientenfürsprecherin im Jüdischen Krankenhaus. Aufgewachsen ist Brauner in Lemberg, heute eine Stadt in der Ukraine, ihre Muttersprache war Polnisch. Artur und Maria Brauner heirateten 1946, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, über 70 Jahre lang waren sie ein Paar.

Die Grande Dame des Berliner Westens

Kennengelernt haben die beiden sich, als KZ-Überlebende und Flüchtling Maria auf dem amerikanischen Konsulat war, um auszuwandern. Dort traf sie Artur, der damals 26 Jahre alt war. Der Beginn einer großen Liebe. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor, darunter Alice Brauner. Auch sie arbeitet im Filmbusiness, ist als Journalistin und Filmproduzentin tätig. Maria Brauner selbst war zeitlebens bis ins hohe Alter hinein darauf bedacht, körperlich und geistig aktiv zu bleiben und wurde auf öffentlichen Veranstaltungen nur selten ohne hohe Schuhe gesehen. Im Keller der Brauner-Villa an der Koenigsallee in Grunewald nutzte sie fast täglich das eigene Fitnessstudio.

Ihr überdurchschnittlich großes soziales Engagement machte sie neben ihrer Funktion an Artur Brauners Seite zu einer der beliebtesten Grandes Dames West-Berlins. Kümmerte sie sich zunächst um das Kostümbild in vielen Filmen, betreute sie später als Sozialdezernentin die ersten 30 Familien, die in den frühen 70er-Jahren aus Russland über Wien nach Berlin kamen. 25 Jahre lang übte sie diese Funktion mit viel Engagement aus.
Vor die Kamera zog es Maria Brauner nie wirklich, der Beruf sei nichts für sie, wie sie in Interviews öfter betonte. Die Familie war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

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