Lollapalooza Berlin

Radiohead bleibt schwer zu fassen

Radiohead spielte am Sonntag beim Lollapalooza-Festival. Die Headliner präsentierten drei Jahrzehnte Bandgeschichte.

Thom Yorke von der Band Radiohead beim Lollapalooza Festival

Thom Yorke von der Band Radiohead beim Lollapalooza Festival

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Ungewöhnlich steigen die Headliner des Festivals ein: Die ersten drei Songs von Radiohead tröpfeln mehr vor sich hin, als dass sie die Stimmung voran treiben. Der Gesang ist angenehm, doch wenig prägnant. Das rot-gelbe Licht erweckt Lagerfeuerstimmung. Bis die Bühne auf einmal kalt wirkt, sich türkis verfärbt. Plötzlich steht ein rockiges Radiohead da, mit „Two Plus Two Makes Five“ kommen die Musiker in Fahrt. Das Publikum ist nun voll bei der Sache.

So ungewöhnlich, wie Radiohead eingestiegen sind, setzen sie den Abend fort. Während einige Songs das Gefühl wecken, im Wohnzimmer der Eltern bei Café und Kuchen zu sitzen, nähern sich andere dem Psychodelic-Sound an. Obwohl die Band seit 31 Jahren besteht, ist ihre Musik beim ersten Hören immer noch schwer zu verstehen, die fünf sind schwer einzuordnen. Eine klare Definition ihres Sounds gibt es nicht.

Mit einer Serie von Alben wie das bahnbrechende OK Computer, das als eines der besten Alben aller Zeiten gehandelt wird, heimste Radiohead zahlreiche Erfolge ein. Und sie zeigten Mut. Mit den Alben Kid A und Amensiac entschieden sich Radiohead zur Jahrtausendwende ihren Sound zu modernisieren, was auch an diesem Abend nicht zu überhören ist. Das aktuelle Album, A Moon Shaped Pool, steht seit Frühling 2016 in den Läden. Womit Radiohead einmal mehr unter Beweis stellt, dass sie absolut mit der Zeit gehen. Und schwer einzuordnen sind. Eine eindeutige Definition des Sounds gibt es nicht.