Der Sommer bringt einige der größten Stars aus Rock und Pop nach Berlin, vorzugsweise zu aufwendig inszenierten Konzerten unter freiem Himmel. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Udo Lindenberg wird nicht dabei sein. Er sei bereits im vergangenen Jahr im Olympia­stadion aufgetreten, so sein Management, nun sind andere Städte dran. Abgesehen davon ist das Konzertangebot vielversprechend: Der Berliner Sommer wird heiß.

7. Juni: Herbert Grönemeyer

Herbert Grönemeyer tritt am 12.09.2015 bei der Aufzeichnung der TV-Show "SWR3 New Pop Festival _ das Special" im Festspielhaus Baden-Baden (Baden-Württemberg) auf. Dort wurde er mit dem Preis Pioneer of Pop ausgezeichnet. Foto: Uli Deck/dpa [ Rechtehinweis: (c) dpa ]
Herbert Grönemeyer tritt am 12.09.2015 bei der Aufzeichnung der TV-Show "SWR3 New Pop Festival _ das Special" im Festspielhaus Baden-Baden (Baden-Württemberg) auf. Dort wurde er mit dem Preis Pioneer of Pop ausgezeichnet. Foto: Uli Deck/dpa [ Rechtehinweis: (c) dpa ]© picture alliance / dpa | dpa Picture-Alliance / Uli Deck

Er ist einer, der es mühelos schafft, Massen für sich einzunehmen. Gerade 60 Jahre alt geworden, ist Herbert Grönemeyer immer noch mit seiner „Dauernd Jetzt“-Tour unterwegs und auch sein neuerliches Waldbühnenkonzert am 7. Juni ist schon ausverkauft. Wenn er in schwarzem Anzug und blitzweißen Turnschuhen an die Rampe tänzelt, hat er die Fans sofort auf seiner Seite. Wobei ihm eine bestens eingespielte Band den Rücken stärkt. Bei Klassikern wie „Männer“, „Bochum“ oder „Mensch“ sowie aktuellen Stücken wie „Fang mich an“.

Zum WM-Sommermärchen 2006 hatte der zehnfache Echo-Gewinner mit dem offiziellen Fifa-Song „Zeit, dass sich was dreht“ für den passenden Soundtrack gesorgt. Das versucht er nun wieder. Grönemeyer hat sich für ein Generationenprojekt mit dem jungen DJ Felix Jaehn zusammengetan und einen etwas sperrigen, inoffiziellen Song zur Fußball-EM in Frankreich beigesteuert. „Jeder für jeden“ heißt das Lied. Viel verbale Twitter- und Facebook-Prügel musste er dafür schon einstecken („Dieser Song sorgt für blutige Ohren!“). Aber wir erinnern uns: Auch „Zeit, das sich was dreht“ war zunächst nicht gut gelitten. Und wurde dennoch zum Hit.

Waldbühne, 7. Juni 19.30 Uhr, Karten 62,15 Euro, ausverkauft

14. Juni: Paul McCartney

SEATTLE, WA - APRIL 17: Paul McCartney performs on stage during the 'One on One' tour at KeyArena on April 17, 2016 in Seattle, Washington. (Photo by Mat Hayward/Getty Images)
SEATTLE, WA - APRIL 17: Paul McCartney performs on stage during the 'One on One' tour at KeyArena on April 17, 2016 in Seattle, Washington. (Photo by Mat Hayward/Getty Images)© Getty Images/Getty Images | Getty Images

Dass sich eine jüngere Generation nach Paul McCartneys musikalischer Kollaboration „FourFiveSeconds“ mit Kanye West und Rihanna fragte: Wer ist denn der alte Mann, der sich da im Ruhm von Kanye sonnt? Geschenkt. Was schert den Popfan von heute die Vergangenheit. Obwohl: Ein bisschen Repertoirekenntnis, wo das alles so herkommt, ist manchmal gar nicht so schlecht. Sir Paul bringt das nicht unnötig ins Grübeln. Der Mann, der in den 60er-Jahren mit den Beatles die Musikgeschichte umgekrempelt hat, spielt einfach unermüdlich weiter. 73 Jahre ist er alt. Und hat sich auf der Bühne eine geradezu unheimliche Jugendlichkeit bewahrt.

Nahezu drei Stunden lang spielt er in seiner „One on One“-Show einige der größten Momente aus 50 Jahren Rockgeschichte. Sein Publikum ist mit ihm älter geworden und nimmt seinen jüngsten Welterfolg „FourFiveSeconds“ eher mit einem gütigen Lächeln hin. Viel spannender klingt da, dass er erstmals den Beatles-Klassiker „A Hard Day’s Night“ im Repertoire hat. Und dass er auch zum ersten Mal seit 1964 die erste Beatles-Single „Love Me Do“ wieder live spielt. Damit er mit seinen Fans auf Deutsch plaudern kann, hat McCartney auch einen Deutschlehrer dabei, der ihm vor der Show eine Stunde lang die richtigen Sätze und deren phonetische Aussprache einbläut. Ein Perfektionist eben.

Waldbühne, 14. Juni, 19.30 Uhr, Karten kosten 104–230 Euro

19. Juni: Bruce Springsteen

US rock singer Bruce Springsteen (C) performs during a concert at Anoeta stadium in San Sebastian, Basque Country, Spain, 17 May 2016, the second of his European tour The River Tour in which he rescued the double album The River edited 35 years ago. BRUCE SPRINGSTEEN CONCERT IN SAN SEBASTIAN !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY SSB002 20160517-635991241726777622 U.S. Rock Singer Bruce Springsteen C performs during a Concert AT Anoeta Stage in San Sebastian Basque Country Spain 17 May 2016 The Second of His European Tour The River Tour in Which he Rescued The Double Album The River edited 35 Years Ago Bruce Springsteen Concert in San Sebastian Regard only Editorial Use PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY SSB002 20160517 635991241726777622
US rock singer Bruce Springsteen (C) performs during a concert at Anoeta stadium in San Sebastian, Basque Country, Spain, 17 May 2016, the second of his European tour The River Tour in which he rescued the double album The River edited 35 years ago. BRUCE SPRINGSTEEN CONCERT IN SAN SEBASTIAN !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY SSB002 20160517-635991241726777622 U.S. Rock Singer Bruce Springsteen C performs during a Concert AT Anoeta Stage in San Sebastian Basque Country Spain 17 May 2016 The Second of His European Tour The River Tour in Which he Rescued The Double Album The River edited 35 Years Ago Bruce Springsteen Concert in San Sebastian Regard only Editorial Use PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY SSB002 20160517 635991241726777622© imago/Agencia EFE | imago stock&people

Wie der Mann es schafft, auch nach mehr als 40 Jahren Karriere mit hemdsärmeliger Kumpelhaftigkeit die Massen zu bewegen, ist beeindruckend. In Bruce Springsteen steckt viel von dem, was wir in unserem verklärten Amerikabild abgespeichert haben. Dieser Wille, es durch eigener Hände Arbeit zu etwas zu bringen. Dieser Mythos des weiten Landes mit seinen Freiheit verheißenden Landschaften und endlosen Highways. Und dieser Mut, Aufzubegehren gegen jede Form von Ungerechtigkeit – auch wenn das nicht immer auf Anhieb klappt.

Der Rockmusiker aus New Jersey, dem 1975 mit seiner E Street Band und dem dritten Album „Born To Run“ der Durchbruch gelang, der Hits gelandet hat wie „Thunder Road“, „Hungry
Heart“ oder „Born in the U.S.A.“, plant als nächstes ein Soloalbum. Und hatte überhaupt nicht vor, mit seiner E Street Band wieder auf Tournee zu gehen. Bis im vergangenen Jahr ein opulentes Box-Set seines Albums „The River“ erschien, das er mit einigen Stadion-Shows promoten wollte. Die Band hatte wieder so viel Spaß miteinander, dass inzwischen eine Welttournee daraus geworden ist. Nach der Show Ende April in Brooklyn verkündete Springsteen, dass dies die letzte offizielle Aufführung von „The River“ gewesen sei. Man wolle das Programm für Europa komplett überarbeiten, um die Band „wieder von der Leine zu lassen“. Es dürfte also einige Überraschungen geben, wenn Spring­steen am 19. Juni ins Olympiastadion einfällt.

Olympiastadion, 19. Juni, 19 Uhr, Karten kosten 75,15–121,15 Euro

29. Juni: Coldplay

epa05242994 Singer Chris Martin of the British rock band Coldplay perfoms on stage during their concert in Santiago de Chile, Chile, 03 April 2016. The performance is part of Coldplay's Latin American tour named 'A head full of dreams.' EPA/STRINGER [ Rechtehinweis: (c) dpa ]
epa05242994 Singer Chris Martin of the British rock band Coldplay perfoms on stage during their concert in Santiago de Chile, Chile, 03 April 2016. The performance is part of Coldplay's Latin American tour named 'A head full of dreams.' EPA/STRINGER [ Rechtehinweis: (c) dpa ]© picture alliance / dpa | dpa Picture-Alliance / Stringer

Das britische Rock-Quartett Coldplay ist eine der erfolgreichsten Bands der Gegenwart. Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman haben rund um den Globus sagenhafte 80 Millionen Tonträger verkauft. Sie wurden ausgezeichnet mit etlichen Grammys, Brit Awards, Echos und MTV Europe Awards. In diesem Jahr spielen sie bereits seit 20 Jahren zusammen. Im vergangenen Dezember haben Coldplay mit „A Head Full of Dreams“ ihr siebtes Album veröffentlicht. Damals sagte Sänger Chris Martin, dass sich mit dieser Platte ein Kapitel schließt, was sofort Trennungsgerüchte provozierte. Die zerstreut die Band nun aber mit einer ausgedehnten Tournee, die sie am 29. Juni auch ins Olympiastadion führen wird. „A Head Full Of Dreams” ist der rockige Nachfolger des Herzschmerz-Albums „Ghost Stories“. Entsprechend stehen die neuen Stücke im Zentrum der opulent inszenierten Show. Aber natürlich kann man auch auf Hits wie „Fix You“, „Yellow“ oder „In My Place“ hoffen.

Olympiastadion, 29. Juni, 18 Uhr, Karten ab 109,40 Euro

8./9./11. Juli: Rammstein

The German industrial metal band Rammstein performs a live concert at Forum in Copenhagen. Here the band???s characteristic vocalist Till Lindemann is pictured live on stage. Denmark 21/02 2012. [ Rechtehinweis: picture alliance/CITYPRESS 24 ]
The German industrial metal band Rammstein performs a live concert at Forum in Copenhagen. Here the band???s characteristic vocalist Till Lindemann is pictured live on stage. Denmark 21/02 2012. [ Rechtehinweis: picture alliance/CITYPRESS 24 ]© picture alliance / CITYPRESS 24 | dpa Picture-Alliance / Ivan Riordan Boll/CITYPRESS24

Sie spielen mit dem Feuer. Sie sind ein fleischgewordener Albtraum, der dem geschniegelten Pop alles Schlechte der Welt um die Ohren haut. Und sie machen das auch nach 21 Jahren immer noch richtig gut. Für gleich drei ausverkaufte Konzerte nehmen die Berliner Brachialmusikanten Rammstein am 8., 9. und 11. Juli die Waldbühne in Beschlag – mit gewohnt spektakulären Effekten, Pyroinszenierungen, Lichtaufbauten und Bühnenkonstruktionen. Die sechs provokanten Feuerteufel um Zeremonienmeister Till Lindemann haben zwar kein neues Studioalbum im Gepäck, können dafür aber auf ein großes Hit­repertoire zugreifen, von „Links, 2, 3, 4“ und „Du hast“ über „Keine Lust“ und „Feuer frei“ bis zu „Asche zu Asche“ oder „Mein Teil“. Und klar: Gegen Ende des Konzerts lässt sich Keyboarder Flake wieder in einem Schlauchboot vom Publikum auf Händen tragen. Auch schon ein Klassiker. Wie Rammstein.

Waldbühne, 8., 9. und 11. Juli, 19.30 Uhr, Karten 84–86 Euro nur über www.rammstein.de, ausverkauft

16. August: Rihanna

March 18, 2013 - Toronto, Ontario, Canada - RIHANNA performed sold out show at Air Canada Centre in Toronto during her 'Diamonds World Tour [ Rechtehinweis: picture alliance / ZUMA Press ]
March 18, 2013 - Toronto, Ontario, Canada - RIHANNA performed sold out show at Air Canada Centre in Toronto during her 'Diamonds World Tour [ Rechtehinweis: picture alliance / ZUMA Press ]© picture alliance / ZUMAPRESS.com | dpa Picture-Alliance / Igor Vidyashev

Da hat der Popstar wohl ein bisschen hoch gegriffen. Für den 2. August hatte Sängerin Rihanna ihr Kommen ins Olympiastadion angekündigt. Nun aber reist die 28-Jährige erst am 16. August mit ihrer „Anti“-Tour nach Berlin. Und zwar in die Mercedes-Benz Arena. Mit „einer Änderung der internationalen Tourneeplanung“ hatte man das begründet. Eher liegt es wohl daran, dass das Olympiastadion für Rihanna einfach etwas überdimensioniert ist.

Rihanna vermarktet sechs Parfums, zwei Sonderkollektionen mit Armani und vier River Island-Kollektionen. Sie ist Sprecherin für MAC & Viva Glam und das neue Gesicht von Diors „Secret Garden“-Kampagne. Rihanna ist Pumas weltweite Botschafterin für Women’s Training und unterstützt die Marke als Kreativdirektorin. Und sie spielt erfolgreich in der Liga der außergewöhnlichen Showdiven. In gerade mal zehn Jahren hat sie von ihrem klugen, dem Mainstream verbundenen Mix aus R’n’B mit karibischen Elementen weltweit an die 200 Millionen Tonträger verkauft, darunter Hits wie „Umbrella“, „Rude Boy“ oder „We Found Love“. Ihr voriges Album „Unapologetic“ erschien bereits 2012. Sie hat sich viel Zeit gelassen für „Anti“, das Anfang 2016 veröffentlicht wurde.

Mercedes-Benz Arena, 16. August, 20 Uhr, Karten kosten 65,65 –105,90 Euro