Berlin

Ai Weiwei tritt Gastprofessur im Oktober an

Ai Weiwei wird seine Gastprofessur in Berlin tatsächlich antreten. Im Oktober soll es bereits losgehen.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei in seinem Berliner Atelier

Der chinesische Künstler Ai Weiwei in seinem Berliner Atelier

Foto: Michael Kappeler / dpa

Endlich haben sie sich getroffen: Der chinesische Künstler Ai Weiwei tritt ab Oktober, im kommenden Wintersemester, an der Universität der Künste (UdK) seine Gastprofessur an. Das teilte er gestern in einem Gespräch mit Rektor Martin Rennert mit. Zum Auftakt will der Regimekritiker auch eine öffentliche Antrittsvorlesung halten. Sein Berliner Aufenthalt wird über die Einstein Stiftung finanziert, die Zuwendung läuft über drei Jahre. Bereits im April 2011 wurde Ai Weiwei die Lehrtätigkeit angeboten, doch der 57-jährige Künstler wurde damals für 81 Tage inhaftiert, es folgten Hausarrest und Reiseverbot. Erst vor Kurzem hatte er seinen Reisepass von den chinesischen Behörden zurückerhalten. Seine erste Auslandreise führte ihn am vergangenen zunächst nach München, wo er sich medizinischen Untersuchungen unterzog.

Neben der Gastprofessur zieht es Ai Weiwei vor allem wegen seines sechsjährigen Sohnes nach Berlin. Vor wenigen Monaten hatte er per Fernregie den Film „Berlin, I love you!“ mit seinem Sohn in der Hauptrolle gedreht. Der Kleine geht hier seit einem Jahr zur Schule, wohl auch, weil Ai Weiwei Repressionen in China befürchtet. Ai Weiwei betreibt am Pfefferberg ein großes Studio. Von hier aus managt er zusammen mit einigen Mitarbeitern auch seine nächsten Ausstellungen, als nächstes folgt eine große Werkschau in der Royal Academy in London.