Sonnenbrille ist zum Auftakt angesagt. Diese First Night wird einem schon deshalb in Erinnerung bleiben, weil das Königswetter dem Festival besonders gut getan hat. Die Sonne streichelt nicht nur den Künstlern die Seele, sondern natürlich auch die des Publikums auf dem Gendarmenmarkt. Die erste Nacht ist ein Appetizer. Im Gegensatz zu den folgenden Abenden gibt es am Donnerstag von allem etwas, ob Oper, Musical, Filmmusik oder Unterhaltung pur.
Mit Feuerwerk zur Filmmusik von Indiana Jones endet die First Night Classic Open Air #Berlin http://t.co/jdNsgWWTKF
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— Berliner Morgenpost (@morgenpost) July 2, 2015
Das Moderatorenduo hat jedenfalls genug zu tun, um die knapp 6000 Besucher im dreistündigen Fahrplan zu halten. Entertainer Lars Redlich ist der Luftikus vom Dienst, er plappert so dahin, deutlich verführerischer ist er als Sänger. Dann wird er bejubelt. Bei Fernsehmoderatorin Madeleine Wehle weiß man hingegen sofort, dass der Rundfunk Berlin-Brandenburg mit von der Partie ist. Es gibt eine Aufzeichnung von der First Night, die Highlights werden am 15. Juli im rbb Fernsehen zu sehen sein. Das wird auch manch einer nutzen, der auf dem großen Platz hinter der riesigen Teleskop-Kamera und dem Schiller-Denkmal sitzt.
Es ist eine Kuriosität in diesem Open-Air-Sommer, dass das Konzerthausorchester zeitgleich im Schauspielhaus seine Saison-Abschlusskonzerte spielt. Aber das künstlerische Nebeneinander stört niemanden. Zumindest draußen auf dem Platz.
Der Sound stimmt
Das Pfund der First Night ist und bleibt das Deutsche Filmorchester Babelsberg, das von Robert Reimer geleitet wird. Die Filmmusiker kriegen irgendwie jeden Stil hin. Der Sound stimmt. Das Ballett der Musikalischen Komödie der Oper Leipzig sorgt für einige bunte Impressionen. Und sogar einen Ehrengast hat sich Festivalchef Gerhard Kämpfe für die Eröffnung gesichert. Im Publikum – den Kameras nach irgendwo vorn rechts - sitzt der 101-jährige Komponist Guido Masanetz. Genaueres muss man sich im Fernsehen anschauen. Masanetz' bekannteste Operette „In Frisco ist der Teufel los" wurde 1962 einige hundert Meter weiter im Metropol-Theater uraufgeführt. Mit dem Charleston daraus wird das Publikum in die Pause getanzt.
Bejubelt werden an dem Abend auch der grüblerische Mannheimer Popmusiker Laith Al-Deen ("Was, wenn alles gut geht") und der Hamburger Pianist Joja Wendt, der die Finger über die schwarzweißen Tasten sausen lässt. Die Berliner Musicaldarstellerin Patricia Meeden, die Schweriner Sopranistin Claudia Roick, das wunderbare Swingterzett Three Ladies und der Amerikaner Marvin Scott, dem das tenorale Schmachten nicht leicht fällt, gehören zu diesem Kessel Kunterbuntes, bei dem vor allem das Vergnügliche zählt.
Und nicht zuletzt wartet das Publikum auf das finale Feuerwerk. Um 22.32 Uhr beginnt das Schauspielhaus zu lodern. Immer wieder schön.
Das Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt










