Media-Analyse

Berliner Radiosender können bei jüngeren Hörern punkten

StarFM, Radio Eins und Energy sind die Gewinner am Radiomarkt. Die Sender legen besonders bei jungen Hörern zu. Das zeigt: Radio ist als Medium längst nicht out - und punktet auch bei Kindern.

Dass man neue Hörer hinzugewonnen hat, war Antenne Brandenburg am Dienstag in den 11-Uhr-Nachrichten die erste Meldung wert: Mit 232.000 Hörern im deutschen Gesamtmarkt sei man auch die Nummer eins im Raum Berlin-Brandenburg. Bei genauem Hinsehen allerdings zeigt sich, dass der RBB-Sender nur in Brandenburg Hörer hinzugewinnen konnte – und zwar 20.000 (+13,4 Prozent). In Berlin hingegen verlor das Programm mit 19.000 Hörern (-28,4 Prozent) knapp ein Drittel seiner Hörerschaft. Sein Pendant, 88,8 vom RBB, verliert im Heimatmarkt der Hauptstadt 6.000 Hörer, ein Minus von 7,7 Prozent.

Anhand solcher Zahlen der Media-Analyse Radio bemessen Radiosender ihren Erfolg beim Hörer. Wer großen Zuspruch findet, kann von der Wirtschaft letztlich auch mehr Geld für die im Programm geschalteten Werbespots verlangen. Gestern hat die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, in der rund 240 Unternehmen der Werbe- und Medienwirtschaft zusammengeschlossen sind, nun zum zweiten und letzten Mal in diesem Jahr die Ergebnisse ihrer Messungen veröffentlicht.

Auch Radio Teddy kann punkten

Besonders zulegen im Gesamtmarkt Berlin-Brandenburg kann Star FM 87.9: 28.000 Extra-Hörer in der für die Werbewirtschaft besonders relevanten Einheit „Hörer pro Durchschnittsstunde“ sind ein dickes Plus von 41,2 Prozent. Auch Radio Eins hat zugelegt: 27.000 neue Hörer sorgen dafür, dass das öffentlich-rechtliche RBB-Radio in absoluten Zugewinnen nun den zweiten Platz belegt (+30 Prozent). Das Privatradio Energy Berlin steigert seine Hörerschaft um 25 Prozent (+15.000). Verluste müssen vor allem Privatradios hinnehmen: Von 104.6 RTL haben sich 18.000 Hörer verabschiedet (-8,1 Prozent), vom Berliner Rundfunk 91,4 12.000 (-9,8 Prozent) und von BB Radio die gleiche Menge (-7,6 Prozent). Die Popwelle 94,3 rs2 verliert 9.000 Hörer (-7,6 Prozent).

Im Markt Berlin kann hinter Star FM 87.9 und Radio eins das Kinderprogramm Radio Teddy punkten: Mit einem Plus von 12.000 haben die Programmmacher die Hörerschaft im Vergleich zur letzten Messung fast verdoppelt. 98.8 KISS FM und BB Radio gewinnen beide 11.000 Hörer hinzu (+25 Prozent bzw. +84,6 Prozent), Jam FM Berlin 7000. Der Nachfolger von MotorFM, 100.6 FluxFM, gewinnt moderat (+8,3 Prozent), ebenso das christliche Radio Paradiso (+6,3 Prozent). Der Berliner Rundfunk 91,4 verliert im Markt Berlin leichte 1,4 Prozent in der Durchschnittsstunde. 3.000 Hörer verließen das Inforadio vom RBB (-7,3 Prozent), 4.000 Hörer das Jugendprogramm Fritz vom RBB(-11,4 Prozent), 1.000 kehren 105,5 Spreeradio den Rücken (-1,4 Prozent).

Radio wird gerade bei jüngeren Hörer beliebter

Im Markt Brandenburg gewinnt Antenne Brandenburg in absoluten Zahlen am meisten Hörer hinzu. 169.000 Personen entschieden sich für das Potsdamer RBB-Programm, das ist ein Plus von 13,4 Prozent. Claudia Nothelle, Programmdirektorin des RBB, betonte, dass es sich bei Antenne Brandenburg um ein öffentlich-rechtliches Programm handelt, und zeigte sich von den Ergebnissen der Radioanalyse erfreut: „Wir legen in fast allen Segmenten zu, mit Radio Eins an der Spitze – das sind die Früchte unserer Arbeit der vergangenen Monate“. Auch Energy Berlin ist in Brandenburg: Das Programm gewinnt 10.000 Hörer hinzu und kommt nun auf 30.000 (+50 Prozent). Radio Eins vom RBB gewinnt 8.000 Extra-Hörer (+28,6 Prozent), Fritz vom RBB 7.000 (+16,3 Prozent).

Deutschlandweit gemessen hören die Menschen mehr als vier Stunden pro Tag. Junge Menschen steigern ihre Zeit mit dem Medium statistisch besonders stark: So hören die 10-19-Jährigen mit 133 Minuten im Vergleich zur letzten Messung nunmehr sechs Minuten länger (+4,7 Prozent gegenüber ma 2013 I), die 10-29-Jährigen steigern ihre Nutzungszeit um sieben Minuten auf 199 Minuten (+3,6 Prozent).