Am Dienstag nutzte so mancher Radiosender die Gelegenheit, sich bei seinen treuen Zuhörern fürs regelmäßige Einschalten zu bedanken. Wie jedes Halbjahr hat die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse ihre Hörfunk-Quoten ausgewiesen. Als Leitwährung gilt die Anzahl der Hörer in der sogenannten Durchschnittsstunde. Alle Sender, die hier punkten können, sind für die werbetreibende Industrie besonders interessant.

Im Markt Berlin konnte das Hitradio 104.6 RTL mit 134.000 Hörern seine Marktführerschaft leicht ausbauen (+ 0,8 Hörerzuwachs). 94.3 rs2, ebenfalls ein formatiertes Popradio, konnte seit der letzten Messung 5000 Hörer hinzugewinnen und kommt auf nun 94.000 Hörer (+ 5,6 Prozent). Auf Platz drei schaffte es der Berliner Rundfunk 91.4 mit 87.000 Hörern. Er musste einen Rückgang von 3000 Hörern verschmerzen, was einem Minus von 3,3 Prozent entspricht. Das wie 104.6 RTL zum RTL Radio Center gehörige 105,5 Spreeradio verliert ebenfalls leicht und kommt auf nunmehr 81.000 Hörer.

RBB Inforadio ganz vorn

Gewaltig zulegen konnte im Markt Berlin vor allem das Jazz Radio, das einen Hörerzuwachs von 60 Prozent auf nunmehr 8000 Hörer verzeichnet, aber auch das Klassikradio (+ 31,4 Prozent) und das Inforadio vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB): In seiner Mitteilung freut sich der öffentlich-rechtliche Sender über das „erfolgreichste Nachrichtenprogramm in Deutschland“, die anderen ARD-Nachrichten-Radiostationen wurden quotenmäßig abgehängt. Es kommt auf 38.000 Hörer in der Durchnittsstunde.

Von den anderen RBB-Wellen kann allein Fritz im Berliner Markt dazugewinnen. Das Jugendradio gewinnt 7000 Hörer dazu und kommt somit auf insgesamt 44.000. Radioeins verliert leicht, nämlich 1000 Hörer und somit 1,4 Prozent, Antenne Brandenburg moderate 4,2 Prozent und radioBERLIN 88,8 ganze 9,6 Prozent, was 8000 Hörern entspricht.

Im Gesamtmarkt Berlin/Brandenburg sehen manche der Ergebnisse etwas anders aus. Dort zum Beispiel liegt Antenne Brandenburg leicht im Plus. RBB-Programmdirektorin, Claudia Nothelle, nutzte die Gelegenheit, um den Redaktionen für deren Arbeit zu danken: „Der rbb setzt auf seine Informationskompetenz und seine Stärke in der Region. Beides honorieren die Hörerinnen und Hörer, wie die ausgezeichneten Ergebnisse für Antenne Brandenburg und das Inforadio zeigen. Die Gewinne von Fritz belegen unseren Erfolg in der jungen Zielgruppe.“

Stephan Schmitter, Geschäftsführer des RTL Radio Centers in Berlin, verortetet den Zuhörer-Erfolg vor allem in den bekannten Radio-Persönlichkeiten seiner Programme: „Arno Müller von 104.6 RTL und Jochen Trus von 105'5 Spreeradio führen ihre Sender seit vielen Jahren mit großem Einsatz und bestem Radiogefühl immer wieder an die Spitze in diesem umkämpften Radiomarkt“, sagte er.

In der Media-Analyse (MA) wird die Radionutzung in Deutschland telefonisch abgefragt. „Hörer pro Durchschnittsstunde“ entspricht dabei dem Mittelwert aller Hörerinnen und Hörer eines Programms in einer Stunde zwischen 6 und 18 Uhr von Montag bis Freitag.

Auf dem deutschen Radiomarkt haben die öffentlich-rechtlichen ARD-Sender ihre Stellung vor den privaten Wellen leicht ausgebaut. Sie werden täglich von 38,24 Millionen Menschen eingeschaltet, dies entspricht einem Anteil von durchschnittlich 52,2 Prozent der Tagesreichweite.