Schlosspark Theater

Bei dieser „Konkursmasse“ ist nichts wie es scheint

Die Uraufführung von Peter Buchholz’ Komödie „Konkursmasse“ an Dieter Hallervordens Schlosspark Theater war kurzweilig. Roland Lang inszenierte das Stück mit einem gut aufgelegten Ensemble.

Foto: Schlossparkheater / Schlossparktheater

Der Himmel hängt nicht voller Geigen, sondern voller Wolken. Und die werden auch nach Genuss von mehreren Gläsern Waldmeisterbowle (praktisch alkoholfrei, aber sehr süß) nicht weniger: Olivia, Aishe, Mark und Gregor treffen sich in Olivias schicken Appartement mit Terrasse und Pool, um nach dem misslungenen Begrüßungsdrink die Getränke für die bevorstehende Hochzeit durchzuprobieren.

Ursprünglich wollte Olivia (Loretta Stern) ja Gregor heiraten, aber als herauskommt, dass dessen Firma in der Insolvenz steckt, hat es sich die Gattin in spe noch mal überlegt. Wer will schon den Rest seines Lebens aufs Geld schauen müssen? Und sich lieber den vermeintlich supererfolgreichen und wohlsituierten Mark geangelt, den besten Freund von Gregor, der eigentlich nur als Trauzeuge vorgesehen war. Mark, den Hubertus Grimm als zielfixierten Karrieristen gibt, dreht als Bänker am großen Rad; zumindest glauben das die anderen.

Berechnend sind sie alle

Aber in Peter Buchholz’ Komödie „Konkursmasse“ (Untertitel: Wer betrügt wen am besten?), die am Sonnabend an Dieter Hallervordens Schlosspark Theater uraufgeführt wurde, ist nichts wie es scheint. Und berechnend sind alle vier Protagonisten. Die Fäden im Hintergrund zieht Aishe (hübsch süffisant: Pinar Erincin), die beste Freundin von Olivia, die ebenfalls Trauzeugin ist und, man ahnt es schon, einen Blick auf Mark geworfen hat. Den Loser vom Dienst gibt Johann Fohl als Gregor, der beim finalen Besäufnis auch mal kurz triumphieren darf.

Überraschende Wendungen

Bühnen- und Kostümbildnerin Karin Betzler hat die beiden Herren weiß eingekleidet, schließlich sind die Bräutigame letztlich austauschbar. Die Bühne ist angenehm überschaubar möbliert, ein Plastikplanschbecken steht stellvertretend für den Pool, die Hochhaus-Skyline von New York über dem Sofa für den Traum des Bänkers. Regisseur Roland Lang hat die Komödie recht flott inszeniert, die Pointen funktionieren wie die überraschenden Wendungen, das Ende wirkt etwas sehr konstruiert, aber das fällt ja schließlich in den Zuständigkeitsbereich des Autors.

Zwei Stunden dauert die kurzweilige Aufführung, inklusive Pause, am Schlosspark Theater gönnt man sich noch eine, wohl auch, weil man keine Sorgen haben muss, dass das Publikum selbige zum vorzeitigen Aufbruch nutzt. Schließlich ist die Inszenierung wie ein Sommerabend: Angenehm luftig und amüsant. Herzlicher Premierenapplaus.

Schlosspark Theater, Schloßstraße 48, Steglitz. Termine: 28., 29. April; 20. bis 24. Mai. Kartentelefon: 789 56 67-100