"Let's Dance"

Party-Pommes, Tanz-Luder und "eine kleine Sau"

Sylvie van der Vaart versprach eine wilde und erotische "Let's Dance"-Ausgabe. Da war selbst Jury-Hardliner Llambi begeistert und vergab erstmals acht Punkte.

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„Beim Tanzen gibt es keine Fehler, nur Variationen!“ Dieses Credo von Salsalehrer Flavio Alborino könnte über dem RTL Promi-Tanzwettbewerb „Let’s Dance“ stehen. Wäre da nicht die Jury und vor allem Chef-Juror Joachim Llambi, der diese Worten zu gerne hören würde, nur um ihnen vehement und messerscharf zu widersprechen.

Jeden Mittwoch zur Primetime hebt er streng die Augenbraue, jedoch nur selten die Punktekelle über fünf. Deshalb gleicht es einer kleinen Sensation, dass der spitzzüngige Wertungsrichter sich in der zweiten Show der laufenden fünften Staffel hingerissen zeigte und erstmalig acht von zehn möglichen Punkten vergab.

Diese gingen an Rebecca Mir und Massimo Sinato für ihre Salsa-Interpretation von „Ai si eu te pego“. Die beiden entzündeten ein barfüßiges und waschbrettbauchiges Tanzfeuerwerk, das Joachim Llambi „extraklasse“ fand.

Er attestierte der „Germany’s Next Topmodel“-Zweiten ein Niveau, das er allein aus der US-amerikanischen Schwesterausgabe „Dancing with the stars“ kenne und verglich sie mit der Sängerin Nicole Scherzinger, die die Show 2010 gewann.

Mit ihrem Auftritt aus der ersten Sendung hat sie nun die Ehre und Bürde der Favoritinnen-Rolle. Auch Juror Roman Frieling konnte nicht an sich halten und lobte, sie sei die „perfekte Party-Pommes“. Maite Kelly orakelte, wenn sie mit ihren Baucheinlagen so weitermache, könne Shakira bald einpacken.

"Du bist eine kleine Sau"

Gelohnt hat sich das Training auch für Volksmusikstar Patrick Lindner. Seine Partnerin Isabel Edvardsson schaffte es mit der Rumba zu "Sealed with a kiss", sein Latino-Alter-Ego „Patrizio“ wach zu tanzen. Die Hüfte sei zwar stellenweise noch etwas eckig und die Geschmeidigkeit noch nicht da, bemängelte Ex-Tänzer Llambi, aber insgesamt bestätigte er eine „ordentliche Leistung“.

Zu Maite Kelly hingegen drang der neugewonnene Latino-Charme des Musikanten bereits durch. „Du bist eine kleine Sau.“, war als positive Jurybewertung zu verstehen.

Es wurde viel abverlangt von den Interpreten der volkstümlichen Musik. Die kreuzbrave Stefanie Hertel sollte ihre Luderqualitäten zeigen. In ihrer Jive-Choreografie zu „Footloose“ vollführte sie einen perfekten Spagat, für den die beiden Moderatoren Daniel Hartwich und Sylvie van der Vaart Extrapunkte gegeben hätten.

Diese hätte der ehemalige Diskuswerfer Lars Riedel für seine Kokosnuss-Jonglage ebenfalls verdient, wenn er sie schon nicht für seine „kleinen pointierten Hüftbewegungen“ (Maite Kelly) beim Salsa ergattern konnte.

"Keine Slapstick-Nummer, sondern mit Gefühl getanzt"

Eine wilde, sexy, erotische und romantische Ausgabe versprach die Niederländerin in fehlerfreiem Holland-Deutsch. Damit meinte sie nicht sich selbst – sie trat im ultrakurzen, pinkfarbenen Animalprint auf –, sondern die Tänze, die von den elf Paaren aufs Parkett gebracht werden sollten: Salsa, Quickstep, Jive und Rumba.

Letztere präsentierten Sängerin Mandy Caprisco und Tanzpartner Stefano Terrazzino mit Brautschleppe und Hochzeitsglocken zu dem Song „Mandy“. Gelobt wurden die Auswahl des Themas, die Beinarbeit und besonders die Mimik der 22-Jährigen. Joachim Llambi schwärmte, es sei „großes Kino“ gewesen.

An den Kinofilm „Die Reifeprüfung“ war die Quickstep-Variation zu "Mrs. Robinson" von Gitte Haenning und Gennady Bondarenko angelehnt. Die Schlagersängerin, die Llambi in der ersten Sendung noch als „wildgewordener Handfeger“ bezeichnete, bekam vom gefürchteten Juror eine versöhnliche Bewertung: „Es war keine Slapstick-Nummer heute, sondern du hast mit Gefühl getanzt. Viel, viel, viel, viel besser als letzte Woche.“

Nur das Lob von Co-Juror Roman Frieling ging in die verkehrte Richtung: „Andere, die in diesem Alter über den Friedhof gehen, fragen sich, ob der Weg nach Hause noch lohnt.“

Zwar gehörte die 65-jährige Dänin zusammen mit Sänger und Ex-DSDS-Teilnehmer Ardian Bujupi zu den drei Paaren, die um das Weiterkommen zittern mussten, doch die Zuschauer schickten am Ende Marc Terenzi, den Ex-Mann von Sarah Connor nach Hause.